Kostandin Kristoforidhi

Das albanische Volk hat aus seinem Schoß zahlreiche Persönlichkeiten aus verschiedenen  Bereichen, wie Politik und Diplomatie, Kriegskunst und Literatur, Musik und Sprachwissenschaft hervorgebracht. Und dazu gehört auch Kostandin Kristoforidhi, ein Pfleger und Forscher der albanischen Sprache, ein aktives Mitglied der albanischen nationalen Wiedergeburtsbewegung. Eben über sein Leben und sein Werk  am 190. Geburtstag berichten wir heute!

Kostandin Kristoforidhi wurde in der mittelalbanischen Stadt Elbasan im Jahr 1827 geboren.  Die ersten Unterrichtsstunden nahm er in seiner Heimat, dann besuchte er das Gymnasium „Zo simea“ in  Ioanina. Hier hat Kristoforidhi den österreichischen Albanologe, Johan Georg von  Hahn kennengelernt, dem er dabei geholfen hat, die albanische Sprache zu erlernen und ein deutsch-albanisches Wörterbuch zu verfassen.

 1857 ging Kristoforidhi nach Istanbul, wo er sich mit der Übersetzung in albanischer Sprache beschäftigte. Hier hat er sogar ein Dokument über die albanische Sprache geschrieben. Bis zum Jahr 1860 hielt sich Kristoforidhi auf Malta in einem Protestantenkloster auf, wo er auch die  Übersetzung der Bibel in den beiden Dialekten der  albanischen Sprache  beendete.

 In dieser Zeit demonstrierte Kristoforidhi seine patriotischen Werte, indem er die Ideen der Aufklärung für ein autonomes Albanien verteidigte und verbreitete. Er hat seine Ideen über die albanische Schule und Sprache in mehreren Schriften dokumentiert, wie „Notizen über Albanien“, „Die Sprache und die Übersetzung der heiligen Schriften“.  Im Jahr 1866 hat er im nordalbanischen Dialekt „Vier Engel und  die Arbeit der Apostel“ übersetzt; in den kommenden drei Jahren verstärkte er diese Übersetzungsarbeit und aus seiner Feder kamen solche Übersetzungen, wie „Psalmen“, „Die Bibel“, „Weiße Sprüche von  Salomon.

Nach 1870  reiste er mehrmals nach Albanien zurück, um Volkssprüche und Weisheiten zu sammeln, die albanische Sprache bei seinen Landsleuten zu verbreiten. Einige Jahre lebte er in Tirana, wo er  heimlich Unterricht in albanischer Sprache gegeben hat. Das war eine gefährliche Arbeit, weil Albanien damals unter der Herrschaft der Hohen Pforte war. Dann ließ er in Elbasan nieder, wo er bis zum Ende seines Lebens gewohnt und gearbeitet hat. Kostandin Kristoforidhi ist im Jahr 1895 gestorben.

Neben der Übersetzungstätigkeit widmete sich Kristoforidhi zwei sehr wichtigen Bereichen: der albanischen Kultur und Sprache. 1867 hat er  die Fibel im Norddialekt geschrieben,  ein Jahr später auch im Süddialekt. Gemeinsam mit anderen Gelehrten hat er in einer Kommission über die Verfassung des albanischen Alphabetes gearbeitet. Und für das  aktuelle Alphabet der albanischen Sprache hat  auch Kristoforidhi seinen Beitrag geleistet. Ein wichtiges Werk Kristoforidhis ist auch sein Wörterbuch der albanischen Sprache mit 11 675 Wörtern. Wie wichtig dieses Wörterbuch für die albanische Sprache war, zeigt auch die Tatsache, dass es im Jahr 1961 wieder aufgelegt worden ist und diente als Grundlage auch für zahlreiche andere Wörterbücher.

 Kostandin Kristoforidhi ist eine Persönlichkeit der albanischen Sprache und  Kultur und  dafür sind  ihm die Generationen dankbar.

 

 

 

 

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