Kruja – eine historische und touristische Stadt

Die albanische Regierung hat das Jahr 2018 als gesamtalbanisches  Skanderbeg-Jahr erklärt. Dies verbindet sich mit dem 550. Todestag des albanischen Nationalhelden,  Gjergj Kastrioti Skanderbeg, der  25 Jahre lang gegen die osmanischen Heere und für die Verteidigung der  westlichen Zivilisation kämpfte. Mit seinem Namen und seinem  Kampf  verbindet sich eine kleine Bergstadt, die wir heute vorstellen möchten. Das  ist Kruja ca. 40 km nördlich von Tirana, mit einer Fläche von 607 Quadratkilometer.

Kruja ist eine Kleinstadt im nördlichen Teil  des Landes. In Kruja leben heute ca. 10 000 Einwohner

Der Name der Stadt kommt vom Albanischen und bedeutet so viel wie „Quelle“ oder „Brunnen“. In byzantinischen Dokumenten des frühen 7. Jahrhunderts taucht der Name Kroaí  erstmals auf, während im Lateinischen die Stadt Croia, Croya und Croarum genannt wurde. In der osmanischen Periode nannten sie die Türken Ak Hisar oder Akçahisar, was im Türkischen so viel wie „weiße Burg“ bedeutet.

Kruja liegt am westlichen Steilhang des  gleichnamigen Berges (1176 m ü. A.), einem Gipfel des Skanderbeg-Berges,  auf einer Meereshöhe zwischen 400 und 640 Meter hoch über der Küstenebene, welche durch den  Fluss Ishem hin zur Adria entwässert wird.

Im Frühmittelalter entwickelte sich Kruja zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert von einer mittelgroßen Burgsiedlung zu einem urbanen Zentrum. Davon zeugen Artefakte aus dieser Zeit, die in Gräbern gefunden wurden und den hohen gesellschaftlichen Status sowie den Reichtum der Beigesetzte dokumentieren.

1190 begründete Progon das Fürstentum Arbanon mit der Burg Kruja als Herrschaftszentrum. Es war das erste von einem albanischen Adligen beherrschte Fürstentum. Die osmanischen Heere haben Kruja zum ersten Mal 1396 besetzt; dann im Jahr 1415 wieder. 1430 brach ein Aufstand unter der Leitung des Fürsten Gjon Kastrioti, Vater des späteren Nationalhelden Gjergj Kastrioti Skanderbeg, aus. 1443 kehrte Skanderbeg ins Vaterland  zurück und so wurde Kruja 25 Jahre lang  ein Bollwerk gegen osmanische Heere, als Schutz für die westliche Zivilisation. Drei Sultane versuchten Kruja erobern, doch dreimal sind sie vor Kruja gescheitert. Nach dem Tod von Skanderbeg im Jahr 1468 begann auch die Ruinierung der Stadt. Im 15. Jahrhundert hatte Kruja nur 150 Hauser. Den Widerstands- und Freiheitsgeist  demonstrierten die Einwohner dieses Gebietes bis zur Proklamation der Nationalen Unabhängigkeit am 28. November 1912.

Auffällig ist das Nationale Museum über den Nationalhelden Gjergj Kastrioti Skanderbeg, das auf den Trümmern der alten Festung  Anfang der 80-er Jahre gebaut worden ist. Die archäologischen Funde sprechen von einer ilyrischen Wohnstatte seit dem 3. Jahrhundert vor Christus. Kruja war im 15. Jahrhundert nicht nur  Hauptstadt Albaniens, sondern auch ein Kulturzentrum der Arbereschen. Kruja wird zum ersten Mal in einem Dokument aus dem Jahr 879 als Erzbistum erwähnt.

In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts war Kruja  Hauptzentrum der Feudalfamilie Topija mit einem entwickelten Handwerk und Handel. Innerhalb der Burg  ist noch heute ein Wohnviertel vorhanden.

Die Festung Kruja ist für die Albaner ein historisches Heiligtum. Die ganze Geschichte dieser Stadt und der Albaner unter der Führung des Nationalhelden Gjergj Kastrioti Skanderbeg wird  in einem schönen und reichen Museum dokumentiert, das von  zahlreichen Albanern aus allen albanischen Gebieten und aus der Diaspora, sowie von  ausländischen Touristen im ganzen Jahr  besucht wird.

 Interessant ist die Tatsache, dass  sich im unteren Teil der Festung zahlreiche kleine Wohnhäuser befinden, in denen noch immer Familien leben. Hier können die Besucher auch das  ethnographische Museum bewundern.

Lohnenswert zum Besuch ist auch der alte Basar von Kruja; er stammt aus  dem 17. – 18. Jahrhundert und ist ein seltenes Exemplar dieser architektonisch schönen Anlagen, die in der  Vergangenheit ein typisches Produktions- und Handelszentrum war. Der Basar zeichnet sich durch gelungene zweckmäßige Lösungen und eine  lichte Bauweise aus. Als Baumaterial diente  in erster Linie Holz. Eben aus Holz sind die abnehmbaren Fenster der Geschäfte, um sie ohne Schwierigkeit in Auslagen zu verwandeln. Die Fensterdecken dienen nicht nur als Schaufenster, sondern auch  gegen Regen und für Sonnenschutz.

Der in den Jahren 1965-1967 vom Institut für Kulturdenkmäler restaurierte alte Basar von Kruja ist eines der ältesten und interessantesten Exemplare dieser Bauwerke in Albanien.

Der  Basar ist  auch heute eine Attraktion für  zahlreiche Besucher. Er steht  heute unter Denkmalschutz. Es sind einige Werkstätten, die  Teppiche und andere Kupfer- und Silbergegenstände produzieren und direkt verkaufen. Diese Geschäfte befinden sich auf den beiden Seiten einer Pflastergasse.

Kruja zeichnet sich durch  große Olivenheine aus. Eine Sage spricht von einem Befehl des Nationalhelden Skanderbeg: Jedes Paar musste vor der Heirat 2 bis 10 Olivenbaume pflanzen.

Kruja hat ein Mittelmeerklima, geeignet für alle Ackerkulturen.

Kruja hat eine reiche Folklore. Erfolgreich und bekannt ist die Männergesangsgruppe aus Kruja.

 

 

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