Butrint – die größte archäologische Stätte in Albanien

Wir möchten  heute eine wichtige archäologische Stätte vorstellen: BUTRINT. Butrint ist eine der ältesten und größten archäologischen Stätten in unserem Land. Butrint befindet sich auf  einem Hügel der Halbinsel Ksamil, nur 15 km südlich von Saranda.

Wenn Sie, liebe Hörerinnen und liebe Hörer, eine albanische Landkarte vor sich haben, gehen sie  nach Südalbanien und suchen Sie die  schöne Stadt Saranda. Dann suchen Sie den Butrinti-See und am  Südzipfel des Sees, im Winkel mit dem Vivar-Kanal, befindet sich die alte Stätte Butrint. Gegenüber  steht ein Turmbau, den  Ali Pascha Tepelena als Jagdschloss baute. Von hier nach Korfu ist nur ein Katzensprung.

Hier noch eine kurze Information über die schöne touristische Stadt Saranda. Zum ersten Mal wird Saranda im ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung als Hafen mit dem Namen  Onhezmi  erwähnt. Eine sichtbare Entwicklung erlebte dieses Gebiet zwischen dem 2. und 3. Jahrhundert vor Christus. Der Name Saranda wurde erst im 20. Jahrhundert  eingefügt. Im Jahr 1827 hatte Saranda nur 800 Einwohner. Heute ist Saranda eine der  Lieblingsstädte für  Urlaub. Sauberkeit, Gastfreundschaft,  christallklares Waser, archäologische Stätten, die Museumsstadt Gjirokastra in der Nähe – all dies machen Saranda zu einer  geliebten Stadt.

Das Klima ist  ein typisches Mittelmeerklima. Die  Durchschnittstemperaturen bewegen  sich im Jahr zwischen 16 und 17 Grad Celsius; im Sommer hingegen zwischen 24 und 26 Grad Celsius. Saranda ist ein Gebiet mit 250 bis 300 Tagen mit Sonne im Jahr.

Laut einer Sage haben Butrint die  aus Troja geflohenen Aeneas errichtet. Bereits  zu Begin des 1. Jahrhunderts vor Christus war hier ein befestigter Ort. Gegen 50 vor Christus wurde Buthroton römische Kolonie.

Die  archäologischen Ausgrabungen haben erst 1928 begonnen. Der erste  Archäologe war der Italiener, Ugolini.

Um Butrint zu bewundern, soll man einen Rundgang machen.  Das Theater aus dem 3. Jahrhundert vor Christus befindet sich in einem guten Zustand, wo heute noch bestimmte Konzerte organisiert werden. Auch ein balkanisches Theaterfestival  findet  auf  der Bühne des archäologischen Stätte seit einigen Jahren statt, an dem  Theatertruppen aus  verschiedenen Balkanländern teilnehmen. Der Zuschauerraum hat 20 steil ansteigenden Sitzreihen und ist in den Felsenhang der Akropolis hineingeschlagen. Man sieht heute noch zahlreiche  Inschriften über die Sklavenfreilassung. Im halbkreisförmigen Orchester des Theaters  steht ein Dionysos-Altar. Die Nischen des Buhnenhauses   enthielten damals Skulpturen. Eine der besten ist der Kopf der “Göttin von Butrint”, eine Apollodarstellung. Das Original befindet sich heute im Nationalhistorischen Museum in Tirana.

Nahe dem Theater fand  ein öffentliches Bad; das Frigidarium, ein Abkühlungsraum, ist mit geometrischen, schwarz-weißen Bodenmosaiken ausgelegt. Östlich von dem Theater befindet sich ein Portikus aus dem 3. Jahrhundert vor Christus. Wenn man an den leeren Mauern  einer frühchristlichen Basilika vorbei geht, erreicht man eines der schönsten Denkmäler Butrints, das Baptisterium aus dem 6. Jahrhundert. Das ist ein Rundgebäude mit  einem Durchmesser von 14 m. Es besteht aus 16 Säulen. Im Inneren befindet sich ein wunderschönes Bodenmosaik. Dieses Mosaik  sieht so aus: Als Mittelpunkt rund um das Taufbecken verlaufen konzentrisch 7 Ringe mit Ornamenten. Dabei dominiert die rote Farbe. Später wurden wahrscheinlich zwei trapezförmige Felder hinzu gebaut. Eines zeigt einen Kantharos, ein Gefäß mit geschweiften Henkeln, aus dem Trauben quellen und wo zwei Pfauen fressen. Das andere Feld enthalt ein griechisches Kreuz in mitten von Zypressen. Man sieht dabei zwei Tauben und zwei Hirsche.

Die ganze Stadt hatte 6 Tore, heute sind nur 3 zu sehen. Das Haupttor ist 5 m hoch und schmal. Eindrucksvoll ist jedoch das Löwen-Tor, ein mächtiger, querliegender Quader, der die eigentliche Toröffnung für den Kriegsfall verkleinerte. Es zeigt das Relief eines Löwen, der einen Stier reißt.

Die Festung auf der ehemaligen Akropolis stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist venezianischer Herkunft.

Wenn man Butrint besucht, kann man per Boot  auch den Butrint-See besuchen, eine sehr malerische Landschaft. Durch den Vivar-Kanal ist eine Mischung von  Süss- und Salzwaser möglich. Der See von Butrint ist reich an  Fischarten und es gibt auch einen Austernzuchtbetrieb.

Butrint ist eine der größten und  wichtigsten archäologischen Statten in Albanien. Der Weg von Saranda nach Butrint geht durch eine schone Landschaft mit  Orangen-und Zitronenplantagen. Auch die Vrina-Ebene bietet eine schone Landschaft an. Von Saranda nach Korfu fahren täglich mehrere  Fähren. Man kann Vormittag nach Korfu fahren und am Nachmittag nach Saranda zurück.

Auch die Museumsstadt Gjirokastra ist nicht  mehr als  eine Stunde entfernt von Saranda. Die Straße von Vlora nach Saranda, auf der albanischen Riviera,  ist eine gute und malerische Straße, eine Empfehlung für die  Touristen, die die albanische Geschichte kennenlernen und die schönen, sauberen Stränden mit  dem kristallklaren Wasser des Ionischen Meeres genießen möchten.

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