Antworten auf Hörerfragen: die Höhlen in Albanien

Unser Freund und Stammhörer, Werner Schubert, dem ich für  den Contest zum 25-jährigen Jubiläum des deutschsprachigen Hörerklubs  von Radio Tirana herzlich danken möchte, schreibt uns in einer E-Mail unter anderem:

 Hallo Astrit,

 wie sieht es bei Euch aus? Gibt es in Albanien auch eine Impfung gegen Grippe?

Antwort:  Lieber Werner, liebe Hörerinnen und liebe Hörer,

bei uns gab es  in den letzten Wochen eine  starke Grippewelle, die  im Februar den Höhepunkt erreichte. Zum Glück ohne  Opfer.

Für  solche Fälle wird von den Ärzten eine Impfung empfohlen. Das ist zwar keine Pflicht, doch viele Menschen, vor allem  alte Leute machen  in den letzten Jahren   jährlich eine Impfung. Auch für kleine  Kinder wird dies empfohlen.

Ich kann  leider keine  Statistiken nennen, doch es  gibt solche Impfungen, obwohl die Grippe immer unterschiedlich  vorkommt.

In Albanien werden die Kinder  gegen einige Krankheiten geimpft, wie gegen Maser, Pocken usw.

 

Frage:  Ich hätte auch mal eine Frage für die Freitagssendung: Der jüngere Sohn meiner Nachbarin ist bei der Bergwacht und zudem häufig mit Höhlenforschern unterwegs. Wie ich weiß, hat die Bergwacht in Berchtesgaden beim Aufbau einer Bergrettung in den Albanischen Alpen geholfen. Könnt ihr mal etwas darüber erzählen wie die Hilfe für Bergsteiger in Not organisiert wird? Zudem würde mich interessieren, ob es in Albanien Höhlen gibt (in einem Karstgebirge würde man das vermuten) und ob diese erforscht sind. Danke schon mal für die Antwort!

Antwort: Was die  Hilfe für Bergsteiger anbetrifft, kann ich sagen, dass es bei uns in  bestimmten Regionen Teams gibt, die den Wanderern oder den Bergsteigern helfen. In den nordalbanischen Regionen zwischen Theth und Valbona-Tal gibt es einen Wanderweg, sehr interessant. Die einheimischen Bewohner helfen den  Touristen und inzwischen  steigt die Zahl der ausländischen Touristen, die gern diese Route machen.

Bergsteigen ist bei uns auch eine Sportdisziplin. In Peshkopia, Kukes und  auch in Tirana gibt es solche Mannschaften. Wenn   sie die albanischen Gipfel bei Korabi oder Jezerca steigen, müssen sie Hilfsmaßnahmen  für den Notfall ergreifen.  Es gab  in den letzten Jahren einige Fälle, bei denen  die Bergsteiger per Hubschrauber aus Tirana gerettet wurden.

Antwort: Im Zusammenhang mit den Höhlen möchte ich sagen, dass es in Albanien einige sehr  schöne und interessante Höhlen gibt, die von den Archäologen und Forschungskräften studiert werden.

Ich möchte hiermit einige der wichtigsten nennen:

Am Ufer des Koman-Sees in der Region Puka gibt es  eine seltene Höhle, die vor  wenigen  Jahren  entdeckt wurde. Das ist die Kauri-Höhle. Die Übersetzung des Namens heißt  „die Christenhöhle“. Aus mystischen Gründen wurde  sie viele Jahre  nicht besucht, obwohl diese Höhle für die Einwohner bekannt war. Inzwischen wird  sie von albanischen und ausländischen Touristen besucht.

Der Sportmeister, Perparim Laci, aus  der Stadt Puka, begleitet gern ausländische Touristen, diese Höhle und andere Sehenswürdigkeiten dieser Region zu  sehen. 14 amerikanische Touristen haben sie vor kurzem besucht.

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Die Pellumbasi-Höhle oder  die schwarze Höhle im Südosten  von Tirana ist eine archäologische Stätte. Vor ca. 10 000 Jahren  haben hier Menschen gelebt. Sie gehört zu den 6 bekanntesten karstischen  Höhlen in Europa – erzählen Forscher in Tirana. Sie befindet sich  350 m über dem Meeresspiegel und hat die Form eines  70 bis 80 m langen Tunnels.  Experten des didaktischen Höhlenforschervereines Albaniens haben sie zum ersten Mal  im Jahr 1995 besucht. Sie befindet sich 25 km  entfernt von der Hauptstadt Tirana, auf der linken Seite des Erzeni-Flusses und wird inzwischen von zahlreichen Einwohnern der Hauptstadt, vor allem in  den Sommermonaten besucht.

Im nahe liegenden  gleichnamigen Dorf, Pellumbas, gibt es  einige junge Leute, die  Touristen begleiten, diese interessante Höhle zu besuchen.

Sie wurde vor dem Zweiten Weltkrieg auch von  deutschen Archäologen besucht – so heißt es in historischen Dokumenten.

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Die Höhle von Haxhi Ali befindet sich auf der Spitze der Halbinsel Karaburun. Sie ist die  größte Höhle im albanischen Küstengebiet und ich habe  sie selbst gesehen. Der alte Name heißt  die illyrische Höhle. Weil der Seemann Haxhi Ali sie   benutzt hatte, hat sie später seinen Namen übernommen. Im Inneren gibt es einen kleinen See in  Ellipsen-Form, mit einer Länge von 100 m.

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Die Höhle von Nezir ist eine andere bekannte Höhle, ca. 800 m im Nordosten der Blazi-Höhle im  nordalbanischen Bezirk Mat. Die Forscher haben  sie zum ersten Mal zwischen 1979 und 1981 geforscht. Die Kulturschicht ist 4 m dick. Hier hat man  Gegenstände aus Keramik und Bronze gefunden.

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Die Höhle von Pirogosh ist ein sehr schönes Kulturdenkmal, nur 3 km entfernt von der kleinen Stadt Çorovoda. Auf der rechten Seite befindet sich der Canyon von Gradec. In meiner Kindheit habe ich  sie mehrmals mit meinen Freunden  besucht. Sie ist sehr interessant und  ich habe dort  viele Fledermäuse gesehen.

Im Jahr 1985 haben italienische Höhlenforscher in Begleitung  der  Geschichtelehrer  der Region diese  Höhle besucht. Sie ist 1252 m lang, 30 m breit und 5 m hoch. Auf der Decke gibt es  schöne Stalaktiten.

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Die als Konispol-Höhle bekannt, auch als  Shpella e Kërçmoit , ist eine der Höhlen nahe der Stadt Konispol, in Südalbanien, wo zum ersten Mal in Albanien eine Fundstätte aus paläolithischen bzw. mesolithischen Zeit  in größerem Umfang erforscht wurde, wobei zahlreiche Artefakte  entdeckt  worden sind. Die Höhle ist etwa 50 m lang, bis zu 6 m tief und hat im Innenraum eine Höhe von bis zu 6 m.