Die albanische Nationalstrategie für die Energiewirtschaft zwischen 2018 und 2030

Wie wir schon berichtet haben, wurde dieser Tage in Tirana die  nationale Strategie der Energie für die Zeitspanne zwischen 2018 und 2030 vorgestellt. Dieser Wegweiser stellt die wichtigen Eckpunkte für die Entwicklungsmodelle eines der  wichtigsten Promotore der albanischen Wirtschaft fest. Für die  Ausarbeitung dieses wichtigen Dokuments haben albanische Experten mit der Unterstützung der amerikanischen Regierung und Experten  der  amerikanischen Entwicklungsagentur, USAID, gearbeitet, indem sie ermöglicht haben, die Ambition für ein Dokument von strategischer Bedeutung in der albanischen Energiewirtschaft, aber auch für  die  ganze albanische Wirtschaft und  die Gesellschaft im allgemeinen zu verwirklichen.

An der Präsentation dieses Dokuments hat auch der albanische Regierungschef, Edi Rama teilgenommen, der die  Strategie lobte und  erklärte, dass  „vor wenigen Jahren kaum vorstellbar war, diesen Stand zu erreichen. Denn der Energiesektor war in Kollaps, eine Bedrohung für  die albanische Wirtschaft und  die Finanzen des Landes“.

Der Staatshaushalt subventionierte im Durchschnitt 150 Mio. Euro jährlich, als Kompensation für die Verluste im Netz und  den massenhaften Diebstahl des Stromes, während das Stromnetz vollkommen amortisiert war. Heute haben wir die Verluste halbiert und die neue Strategie  sieht vor, die Verluste bis auf 10 Prozent zu sinken, indem wir dadurch die Durchschnittsnorm der  EU-Mitgliedsländer erreichen möchten.

Der Regierungschef Rama erklärte, dass die Regierung dafür arbeitet, den albanischen Bürgerinnen und  Bürgern  die Möglichkeit anzubieten, Aktienteilnehmer in den  Stromverteilungsunternehmen zu sein.

Die neue Strategie sieht ebenfalls vor, dass  das Gewicht des  Faktors „Albanien“ im Rahmen des Berliner Prozesses auf  dem gemeinsamen Energiemarkt unserer Region  erhöht wird. Denn Albanien hat ein reiches Energiepotential und  seine Entwicklung wird  als die einzige  nachhaltige Perspektive gesehen, um die Wirkungskraft der Wirtschaft, der Finanzen und der albanischen  Familienwirtschaft zu stärken – erklärte der Ministerpräsident, Edi Rama.

Die neue Strategie sieht eine wachsende Gewehrleistung der  Stromversorgung durch die sichtbare Erhöhung der  Investitionen, die effiziente Verbesserung der Energie, die Ausbeutung der erneuerbaren Energiequellen und durch  weitere Maßnahmen für den Umweltschutz vor. Alle diese sind die neuen Herausforderungen des albanischen Ministeriums für Energiewirtschaft und Infrastruktur, das  im neuen Dokument vorgesehen hat, das Erdgas auszunutzen und ein Erdgaspipelinenetz zu bauen. Dadurch kann man die transadriatische Erdgaspipeline, TAP, aber auch die adriatisch-ionische Erdgaspipeline ausnutzen. Ferner wird eine Verbindung zwischen Albanien und dem Kosovo mit einer  Erdgaspipeline vorgesehen.

Eine andere Herausforderung verbindet sich mit der Harmonisierung des  albanischen Binnenmarktes mit dem regionalen und europäischen Energiemarkt. Die neue Strategie fördert und ermuntert die Strom-Erzeugung  durch die Sonne- und Windenergie.

Der albanische Minister für Infrastruktur und Energiewirtschaft, Damjan Gjiknuri sprach über  die Einzelheiten dieser Strategie und erklärte, dass die „albanische Regierung eine mutige und schwierige Reform im Energiesektor durchgeführt hat, dessen Resultate nun  sichtbar sind.

Die Stromverluste sind  von 45,04 Prozent im Jahr 2013 auf 26,41 Prozent  am Ende des Jahres 2017 gesunken; wir haben im Jahr 2017  durch die Zahlung der Stromrechnungen über 64 Mrd. Lek gesammelt oder doppelt so viel wie im Jahr 2013. Allein im Stromverteilungssektor haben wir 160 Mio. Euro investiert. Wir haben die  Hochspannungslinie 400 Kilovolt mit dem Kosovo gebaut und  werden bald eine ähnliche Hochspannungslinie auch mit Mazedonien bauen – erklärte der Minister Gjiknuri.

In Albanien sind in den letzten Jahren neue kleine Wasserkraftwerke gebaut, die die Stromkapazität um ca. 400 Megawatt  vergrößert haben. Die  Wasserkraftwerke decken über 85 Prozent des Strombedarfes des Landes.

Die neue Strategie erfasst auch den Bau der  Transadriatischen Erdgaspipeline, TAP,  ein sehr wichtiges Projekt für Albanien und die ganze Region. Dadurch  wird  Erdgas  von Aserbaidschan bis nach Westeuropa transportiert. Auf dem albanischen Territorium werden  über 200 km Erdgaspipeline gebaut und  die Anlage soll im Jahr 2019 in Betrieb genommen werden.

Die Verwirklichung der  Zielsetzungen dieser Strategie wird  von neuen Investitionen begleitet. Die albanische Regierung hat vorgesehen, für die Zeitspanne zwischen  2018 und 2030 insgesamt 2,7 Mrd. Euro zu investieren.

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