SHKODRA – eine schöne Stadt mit einem reichen touristischen Potential

Wenn Sie  auf der albanischen Landkarte ein schnelles Blick werfen,  sehen wir, dass sich Shkodra im Süden der  Niederung Obershkodra, bei dem Shkodra-See, auf der Höhe 16 m zwischen den beiden Flüssen Drini und Buna, dem Berg Tarabosh und der Festung Rozafa befindet.

Im Altertum war Shkodra Sitz des illyrischen Staates, der unter der Herrschaft von König Agron ganze Gebiete umfasste, angefangen bei Dalmatien bis hin zu Vlora im Südwesten, einschließlich Durres und Apolonia. Nach dem Tod von Agron hat seine Gattin Teuta die Regierung  übernommen.

Shkodra wurde im 4. Jahrhundert vor Christus auf dem Hügel bei der Festung Rozafat gegründet. Es war Zentrum der illyrischen Sippe der Labeaten und während der Herrschaft von Gentius wurde Shkodra zur Hauptstadt des illyrischen Staates. Gentius regierte zwischen 180 und 168 vor unserer Zeitrechnung. Aus dieser Zeit stammen auch die Münzen, die mit dem Namen dieser Stadt geprägt worden sind. Shkodra hiess damals SCODRA. Im Jahr 168 vor Christus wurde die Stadt von den Römern erobert. Durch Shkodra ging auch der alte und bekannte militärische und Handelsweg, vom Norden, dem Fluss Drin entlang bis nach Kosovo und weiter. In der Kaiserzeit hat Shkodra das Stadtrecht gewonnen und unter der Herrschaft von  Diokletian (284-305 wurde sie zur Hauptstadt der  Provinz Praevalitana. Im 4. Jahrhundert wurde zum  Bistumsitz. Als das  Römische Reich geteilt wurde, ging Sghkodra zu Bisanz und stand unter dieser Kontrolle bis zum 11. Jahrhundert. Im Jahr 1043 wurde von den Serben erobert und dann wurde auch zur Hauptstadt  von Zeta. Im 14. Jahrhundert wurde zu einem wichtigen autonomen Gebiet mit entwickelten Einrichtungen und dann auch zum Sitz der Feudalfamilie Balshaj. 1396 wurde Shkodra von Venedig erobert.

Shkodra trotze zwei osmanischen Belagerungen 1474 und 1478/79. Der bekannte albanische Humanist und Geschichteschreiber, Marin Barleti, hat die Einkreisung Shkodras bestens beschrieben. Die historischen Dokumente zeigen, dass Barleti selbst mit der Waffe in der Hand zur Verteidigung seiner Heimat gekämpft hat. Marin Barleti ist auch der Biograph des albanischen Nationalhelden, Gjergj Kastrioti Skanderbeg.

Nach der osmanischen Besatzung wanderte  die Bevölkerung aus; die Stadt wurde ruiniert und  nahm die Ausmaße eines Dorfes an. Im 17. Jahrhundert wurde Shkodra wieder aufgebaut und zählte 1800 Häuser. Gerade in dieser Zeit blühten Handwerk und Handel auf. Shkodra ist bekannt für seine Produkte aus Seide und Silber. In dieser Zeit wurde auch die Mesi-Brücke gebaut, ein großes architektonisches Werk, heute mit touristischen Werten. Eine große Entwicklung erlebte Shkodra vor allem im 19. Jahrhundert. Im Jahr 1870 war Shkodra nicht nur ein Vilajets-Sitz, sondern auch ein wichtiges Handels-Knotenpunkt für den ganzen Balkan. Shkodra hatte in dieser Zeit 50 000 Einwohner und zählte bis 3500 Geschäfte. In Shkodra wurden Gewebe, Nationaltrachten, Leder, Tabak und Schießpulver produziert.

In den Jahren der Albanischen Liga von Prizren war Shkodra  ein wichtiger Herd der Nationalbewegung. Die Stadt ist bekannt auch als Kulturzentrum. Bekannt ist die reiche Bibliothek der Feudalfamilie Bushatlli. Die Fototheke Marubi ist einmalig in Albanien und  zeichnet sich durch reiche historische und Dokumentationswerte aus. Ihr Begründer ist der italienische Architekt und Maler, Pietro Marubi, der die junge Fotografie nach Albanien brachte. Die Marubis haben wichtige Momente der Geschichte des albanischen Volkes dokumentiert, wie die  Liga von Prizren,  die  Proklamation der nationalen Unabhängigkeit in Vlora und vieles mehr.

In Shkodra wurde zum ersten Mal Fußball gespielt. Die Fußballmannschaft dieser Stadt “Vllaznia” wurde 1919 gegründet.

Wenn man aus Montenegro her kommt, sieht man bereits beim Grenzübergang Hani i Hotit eine schöne See-Landschaft. Der See von Shkodra ist der größte auf dem Balkan.

Wenn man von Tirana nach Shkodra fährt, sieht man vor Shkodra zwei schöne Denkmäler der Natur und der Menschenhand: den Berg Tarabosh und die Festung Rozafat. Am Fuß dieser Burg befindet sich  die schöne Bleimoschee.

In der Stadt Shkodra befinden sich  neben einander die  katholische Kathedrale und die große Moschee, Symbol der religiösen Toleranz.

Im letzten Jahrhundert hat Shkodra hervorragende Gestalten der Literatur und Kunst hervorgebracht, mehr als jede andere albanische Stadt. Shkodra verfügt über ein großes touristisches und wirtschaftliches Potential. Shkodra hat  auch eine reiche Folklore.

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