Ernest Koliqi – eine Persönlichkeit der albanischen Literatur und Schule

Eine Persönlichkeit der albanischen Literatur ist zweifelsohne auch Ernest Koliqi, der  zur albanischen Sprachwissenschaft und  Literatur, im Bereich der  Übersetzung weltberühmter Literaturwerke ins Albanische einen außergewöhnlichen Beitrag geleistet hat. Eben über sein Leben und sein Literaturwerk berichten wir heute.

Ernest Koliqi wurde am 20. Mai 1903 in der nordwestalbanischen Stadt Shkodra geboren. Die ersten Unterrichtsstunden nahm er in der Jesuiten -Schule in Shkodra. Die Mittelschule hat er in Bergamo in Italien absolviert und 1920 kehrte er nach Albanien zurück, wo er seine literarische Tätigkeit begonnen hat. In dieser Zeit hat er Kontakte mit talentierten Jugendlichen hergestellt. Sein engster Freund war der Patriot Luigj Gurakuqi, ein hervorragender Lehrer der albanischen Nation.

1923 war Ernest Koliqi Mitbegründer und Leiter der albanischen Zeitschrift „Stunde der Berge“. Diese Zeitschrift hat die nationalen Werte und die Freiheit des Landes  propagiert und  verteidigt. Ein Jahr später war Koliqi ein aktives Mitglied des  patriotischen albanischen Vereines „Bashkimi – Einheit“. Zwischen 1930 und 1932  reiste er nach Jugoslawien, wo er  die serbokroatische Sprache studierte. Dort hat er auch die großen Schriftsteller dieser Region studiert. Danach kam er wieder nach Albanien, wo er als  Lehrer der Handelsschule in der südwestalbanischen Hafenstadt Vlora gearbeitet hat. 1937 hat er sein Studium in Padua in Italien absolviert. An der Universität Rom erhielt er  mit der Doktorarbeit „Die albanische Volksepik“ den  Titel „Doktor der Wissenschaft“.  Seine Arbeit wurde von den beiden bekannten Albanologen  Jockl und Lambertz hoch bewertet.

1939 kehrte Ernest Koliqi  wieder nach Albanien zurück und wurde zum Bildungsminister ernannt. In diesem Ministerposten lud er alle albanischen Intellektuellen dazu ein,  Bücher für die  Volksschulen und die Mittelschulen auszuarbeiten und zu veröffentlichen. Diese Lehrbücher stützten sich auf die westeuropäischen Lehrbücher und Lernprogramme. Im gleichen Jahr war Koliqi zum Leiter des Lehrstuhles  für albanische Sprache und Literatur an der Universität Rom ernannt. Auf seine Initiative wurde 1940 in Tirana der Kongress für albanische Studien organisiert.

Ernest Koliqi hat einen  unersetzlichen Beitrag zur Eröffnung der albanischen Schulen im Kosovo und in anderen albanischen  Gebieten mit albanischer Bevölkerung, wie Montenegro und Makedonien, geleistet. Er schickte allein nach Kosovo 200 albanische Lehrer, die  für  die Verbreitung der albanischen Schulen gearbeitet haben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wanderte Koliqi nach Italien aus, wo er von 1957 bis zum Ende seines Lebens die albanische Zeitschrift „Shejzat“ geleitet hat. Er war Ehrenmitglied einiger  Akademien; 1970 wurde er zum Vizepräsidenten des Weltvereines der  Schriftsteller, Übersetzer und Verleger gewählt.

Ernest Koliqi hat uns 15 Bücher von patriotischer, wissenschaftlicher und literarischer Bedeutung hinterlassen.

Mit dem politischen Pluralismus 1990/1991 hat Koliqi seinen verdienten Platz in der albanischen Geschichte eingenommen.

Share this...
Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter