Wirtschaftliche Realitäten in Albanien

Die albanische Wirtschaft hat in den letzten Jahren eine  nachhaltige  Entwicklung mit einem Wachstum von 1 Prozent im Jahr 2013 auf 3,8 Prozent im Jahr 2017 verzeichnet.

Um ihr Ziel zu erreichen, nämlich bis zum Ende dieses Regierungsmandates im Jahr 2021 ein Wirtschaftswachstum von 5 Prozent zu ermöglichen, arbeitet die albanische Regierung in zwei Hauptrichtungen: einerseits hat sie  den Fonds im Staatshaushalt für  die Verbesserung bzw. die Modernisierung der Infrastruktur gegenüber dem Vorjahr um 42 Prozent erhöht, andererseits setzt sie sich dafür ein, die Bürokratie in den Zoll- und Steuerbehörden zu vereinfachen, indem  einige Dienstleistungen online erhalten werden. Gleichzeitig  schaffen Regierung und Parlament ein freundschaftliches Klima und gesetzliche Erleichterungen für  einheimische und ausländische Investitionen in der albanischen Wirtschaft. Eine der  jüngsten Maßnahmen verbindet sich mit der Förderung der Herstellung der erneuerbaren Energie und damit  mit dem Umweltschutz.

„Alle Anlagen und Ausstattungen, die für  die Erzeugung der erneuerbaren Energie bzw. der Solarenergie importiert werden, werden von der Mehrwertsteuer ausgeschlossen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Produktion der erneuerbaren Sonnenenergie zu fördern“ – erklärte der albanische Finanz- und Wirtschaftsminister, Arben Ahmetaj vor zwei Tagen auf einer Pressekonferenz in Tirana.

Eine weitere Maßnahme der Regierung  ist die Senkung der Steuerbelastung für  die  Unternehmen. Daraus profitieren  um 90 Prozent der albanischen Unternehmen. Es sind 21 000 Unternehmen, die für ihre Gewinne Steuer in Höhe von 15 Prozent zahlen. Mit der  neuen Maßnahme werden 10 800 Unternehmen dafür nur 5 Prozent Gewinnsteuer zahlen – erklärte der Minister Ahmetaj.

In Albanien gibt es laut einer Information des albanischen Institutes für Statistiken, INSTAT,  110 000 Unternehmen; 93 000 von ihnen profitieren aus dieser Maßnahme nach einem  entsprechenden Prozentsatz.

Auch die Vereine der landwirtschaftlichen Zusammenarbeit werden aus dieser Steuerlast profitieren. Die albanische Regierung arbeitet derzeit  für die erforderlichen gesetzlichen Veränderungen.

Eine andere Maßnahme verbindet sich mit der Unterstützung der touristischen Branchen. Der Tourismus wird als  eine Hauptsäule für die Wirtschaftsentwicklung des Landes betrachtet. Für dieses Jahr werden bis 5  Mio. Urlauber in den albanischen Stränden und touristischen  Regionen erwartet.

Bereits seit dem letzten Jahr hat  die albanische Regierung  die Mehrwertsteuer für die touristischen Unternehmen auf 6 Prozent gesunken. Sie hat dieser Tage eine neue Maßnahme ergriffen: für den Bau der  4 und 5 Sternen-Hotels werden die  Unternehmen von den Steuern für eine bestimmte Zeit ausgeschlossen. Wie der albanische Regierungschef, Edi Rama vor kurzem erklärte, sahen sich die Unternehmen der Hotelerie gezwungen,  bis 20 Prozent der Nachfrage abzulehnen, weil es bei uns die Übernachtungskapazitäten fehlen.

Parallel zum Hotelbau werden einige charakteristische Dörfer an der albanischen Riviera restauriert, damit die Bauernfamilien in der Lage sein können,  in der touristischen Saison Gäste zu empfangen. Im Moment wird ein Projekt für die Restauration  von zwei Dörfern, Vuno und Dhermi im Südwesten des Landes. Das ist eine Finanzierung  des albanischen Entwicklungsfonds, des Rathauses Himara, der albanischen Regierung und der Bank des Europarates – so heißt es in einer Information mehrerer Zeitungen.

Parallel dazu wird für die Modernisierung und  den Ausbau der Straßeninfrastruktur gearbeitet. Die Straßen sind für die Wirtschaft wie die Ader  in einem Körper. Das Ziel der Regierung ist es, den Bauern dabei zu helfen, ihre Produkte innerhalb von 15 Minuten  bis zum nationalen Straßennetz zu bringen. Zu diesem Ziel werden derzeit einige Straßen gebaut, die die Dörfer mit einander verbinden.