Die Eröffnung der Beitrittsverhandlungen mit der EU – ein lebenswichtiger Schritt für Albanien

Wir schon berichtet haben, war  der EU-Gipfel über den Westbalkan in der letzten Woche das wichtigste politische und  diplomatische Ereignis, das  in Tirana mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurde. Und dafür  gab es einen wichtigen Grund: Albanien hat gemeinsam mit Mazedonien am 17. April die Empfehlung der Europäischen Kommission für die Eröffnung der Beitrittsverhandlungen mit der EU erhalten. Die Spitzen der EU-Mitgliedsstaaten werden dafür Ende Juni entscheiden.

Es ist klar, dass die EU nicht in ihren besten  Zeiten ist. Innerhalb der  Mitgliedsstaaten gibt es auch Stimmen, die gegen die EU-Erweiterung sind. Der französische Staatspräsident, Macron hat  eine Reform in der EU gefordert.

Der albanische Ministerpräsident, Edi Rama hat in letzter Zeit mehrmals erklärt, dass die Eröffnung der Beitrittsverhandlungen kein EU-Beitritt, sondern eine neue Phase mit neuen Hausaufgaben und Herausforderungen ist. Die Eröffnung der Beitrittsverhandlungen ist für uns lebenswichtig – erklärte Herr Rama und meinte damit, dass die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen Albanien  endgültig von der Vergangenheit trennt. Nur dann haben wir einen freien Weg für einen modernen Rechtsstaat – erklärte Herr Rama bei einem TV-Sender am Montagabend.

Auch  EU-Politiker  sprechen von einer Notwendigkeit der  EU-Erweiterung mit neuen  Mitgliedern aus den Reihen der Westbalkanstaaten, um  den Völkern unserer Region eine europäische Perspektive zu geben und zugleich kein Vakuum für  andere Akteure  auf dem Balkan zu lassen, wie auch die österreichische Außenministerin Kneissel in Sofia erklärte.

Der  deutsche Europa-Staatsminister, Michael Roth, der vor kurzem  Mazedonien und Albanien besucht hat, erklärte für „Welt am Sonntag“, dass die Eröffnung der Beitrittsverhandlungen ein Ermutigungssignal für die Menschen, insbesondere für die Jugend in Albanien und Mazedonien sein kann.

Die geopolitische Bedeutung des Westbalkans wird oft unterschätzt. Es handelt sich um  die Stabilität und Demokratisierung der Region und dafür brauchen die Menschen  eine Ermunterung.

Der Westbalkan ist ein entscheidender Test für den nachhaltigen Erfolg des europäischen Modelles. Die Menschen auf dem Westbalkan hoffen in die Demokratie, Freiheit, den Rechtsstaat und die mit dem Wohlstand koordinierte Sicherheit – betonte der deutsche Europa-Staatsminister, Michael Roth.

Der albanische Ministerpräsident, Edi  Rama, warnte auf dem Gipfel in Sofia vor einer eventuellen Gefahr: „Europa kann nicht in eine bessere Zukunft blicken, wenn es uns außerhalb seiner Grenzen halten will. Wenn der West-Balkan allein gelassen wird außerhalb der EU, dann entsteht eine Grauzone, in der andere Akteure versuchen könnten, Europa zu schaden. Werde der Balkan aber integriert, erhöhe das die Sicherheit Europas.

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