Antworten auf Hörerfragen: Albanisch-schweizerische Beziehungen

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Auch in dieser Woche haben  wir neue Post mit interessanten Fragen erhalten. Einige Hörerinnen und Hörer, möchten gern über  die Beziehungen Albaniens zu den EU-Mitgliedsstaaten, aber auch zu anderen europäischen Ländern über die albanisch-europäische Zusammenarbeit erfahren.

Wir berichten heute über die albanisch-schweizerischen Beziehungen und ich wünsche Ihnen einen recht guten Empfang!

Die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Albanien sind gut und vielfältig. Albanien ist ein Schwerpunktland der  schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit. Beide Länder teilen das Interesse an einer Entwicklung und Stabilisierung im Westbalkan.

Der schweizerische Eidgenossenschaftliche Rat hat  den jungen albanischen Staat bereits am 1. März 1922 offiziell anerkannt. Im Jahr 1929 wurde das erste  Handelsabkommen zwischen den beiden Ländern unterzeichnet, während im Jahr 1935 das erste albanische Konsulat in Bern eröffnet wurde.

Die diplomatischen albanisch-schweizerischen Beziehungen wurden  am 1. Juli 1970  hergestellt. Die erste schweizerische Mission wurde in Tirana im Jahr 1991 eröffnet. Ein Jahr später wurde die erste  schweizerische Botschaft in Tirana errichtet. Seit dieser Zeit haben sich die bilateralen Beziehungen kontinuierlich entwickelt. Zwischen unseren beiden Ländern gibt es sehr gute Beziehungen der Zusammenarbeit. Die Schweiz ist das  viertgrößte Geber-Land und der  achtwichtigste Handelspartner. Die Schweiz wird in Tirana als ein sehr zuverlässiger Partner angesehen.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen  Albanien und der Schweiz konzentrieren sich auf die Entwicklungszusammenarbeit, die Verstärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, die Kooperation in Migrationsfragen sowie auf konsularische Aufgaben.

Die Handelsbeziehungen sind im Volumen bescheiden. Dennoch haben sie in den zwei letzten Jahrzehnten ständig zugenommen. Einige große schweizerische Unternehmen sind in Albanien vertreten, und eine zunehmende Zahl von kleinen und mittelgroßen Unternehmen hat sich auf dem albanischen Markt angesiedelt. Gegenwärtig sind etwa 30 schweizerische Unternehmen aktiv in Albanien.

Albanien und die Schweiz haben über 30 bilaterale Abkommen über verschiedene Lebensbereiche unterzeichnet, wie Handel, Transportwesen, Zoll, Landwirtschaft, Energiewirtschaft usw.

Das  Unternehmen TAP mit Hauptsitz in der Schweiz baut die Erdgasleitung «Trans Adriatic Pipeline» durch Albanien, die via Griechenland und Italien die Route des südlichen Gaskorridors mit Gas aus Aserbaidschan erschließt. 

Die Prioritäten der albanischen Regierung beeinflussen die schweizerische Entwicklungszusammenarbeit im Land.  Ziel ist es, Albanien bei Reformvorhaben  und auf dem Weg Richtung europäische Integration zu unterstützen. Die Schweiz hat die Transition Albaniens zu einem demokratischen Staat  seit 1992 mit Investitionen von über 260

Millionen CHF  unterstützt. Die Strategie der schweizerischen Zusammenarbeit für Albanien 2014–2017sieht ein jährliches Budget von etwa 22 Millionen CHF  vor. Die Mittel kommen von der DEZA und dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO).

Die Strategie der schweizerischen Zusammenarbeit konzentriert sich derzeit auf vier Bereiche:

  • Demokratisierung, Dezentralisierung und Lokale Governance
  • Wirtschaftliche Entwicklung;
  • Urbane Infrastruktur und Energie
  • Gesundheit

Die Schweiz fördert den Austausch und  den Dialog zwischen den Kulturellschaffenden beider Länder. Die Schweizerische Botschaft unterstützt regelmäßig kulturelle Veranstaltungen in den Bereichen Musik, Literatur, Theater und Film. Bereits mehrere  Musikerinnen und Musiker aus der Schweiz haben Konzerte  in Albanien gegeben.

Ende 2016 lebten 84 Schweizerinnen und Schweizer in Albanien.

Nach einem Bericht aus dem Jahr 2017 leben in der Schweiz 1697 albanische Bürgerinnen und  Bürger, ganz zu schweigen von der Zahl derer, die eine doppelte Staatsbürgerschaft haben. Man muss jedoch die Tatsache unterstreichen, dass die Schweiz das zweite Vaterland für viele Albaner ist. Hier  ist auch die größte  albanische Diaspora in Europa mit ca. 200 000Albanerinnen und Albanern aus dem Kosovo und Mazedonien. Die  albanische Diaspora ist hier sehr aktiv. Die Albaner sind in der schweizerischen Gesellschaft sehr gut integriert. Hier noch eine Tatsache: In der schweizerischen Nationalmannschaft spielen einige Albaner. Vier von ihnen sind Stammspieler und fliegen nach Russland.