Albaniens Weg zur europäischen Integration

Der EU-Beitritt unseres Landes bleibt nach wie vor ein Wunsch und eine Herausforderung. Den Wunsch dafür haben  die Studenten der Universität Tirana bereits mit ihren Protesten im Dezember 1990  zum Ausdruck gebracht, als  sie von dem alten kommunistischen Regime gefordert hatten „Machen wir Albanien wie ganz Europa“.

Die Herausforderung ist mit der Modernisierung der Gesellschaft und der  Wirtschaft, der Errichtung bzw. der Festigung der demokratischen Einrichtungen, mit der Veränderung der alten Mentalität verbunden.

Zum Glück haben alle politische Parteien in Albanien seit der Zulassung des politischen Pluralismus die EU-Integration unseres Landes eine Priorität ihrer Programme und ihrer  Regierungstätigkeit gehabt.

Sicher ist Albanien von heute, nicht  Albanien von gestern. Albanien hat in diesen 27 Jahren sichtbare  Fortschritte in Richtung EU gemacht. Das albanische Parlament hat Gesetze nach dem EU-Standard verabschiedet, während die Regierung die Infrastruktur  sichtbar verbessert hat. Darüber hinaus gibt es Fortschritte auch im Kampf gegen Kriminalität und Korruption, bei der Achtung der Menschenrechte und der Medienfreiheit.

Albanien hat in allen diesen Jahren mit Brüssel eng zusammengearbeitet.

Die Europäische Kommission hat diese Fortschritte anerkannt und am 17. April  die Empfehlung gegeben, die Beitrittsverhandlungen mit Albanien zu eröffnen.

Es sind die höchsten Vertreter der  EU-Mitgliedsstaaten, die  am 28. Juni entscheiden werden, ob Albanien und Mazedonien  grünes Licht bekommen.

Der albanische Europa- und Außenminister, Ditmir Bushati, erklärte dieser Tage bei einem Treffen mit Studenten der Universität Tirana, dass “ich fest daran glaube, dass  der  europäische Rat Ende des Monates uns eine europäische Perspektive geben wird“.

Auch der EU-Erweiterungskommissar, Johannes Hahn erklärte auf einer Konferenz in Wien, dass  „wir gern im Jahr 2025 die Westbalkanstaaten in der EU sehen möchten“.

Bis zu dieser wichtigen Entscheidung für Albanien sind noch zwei Wochen. Wir werden bis zur letzten Minute dafür arbeiten, die letzten Skeptiker davon zu überzeugen, dass   die Eröffnung der Beitrittsverhandlungen wichtig ist, nicht nur für Albanien, sondern auch für Europa – so hat der albanische Regierungschef, Edi Rama, in den letzten Tagen wiederholt. Der Balkan war stets ein Pulverfass. Auch heute gibt es  Akteure, die  eine graue Zone auf dem Balkan schaffen möchten und  Europa schaden – erklärte Herr Rama  auf dem EU-Gipfel über den Westbalkan in Sofia.

Wir brauchen die Eröffnung der Beitrittsverhandlungen, um die bittere Vergangenheit auf Bord zu werfen und  zugleich ein modernes Albanien mit einem modernen Rechtsstaat und konsolidierten demokratischen Einrichtungen aufzubauen – erklärte der albanische Regierungschef Rama dieser Tage.