Die albanische Eisenbahn vor neuen Herausforderungen

Auch wenn die Eisenbahn in anderen europäischen Ländern ein großes  Transportvolumen realisiert,  ist in Albanien seit 27 Jahren nicht der Fall. Seit drei Jahrzehnten wurde in unserem Land keine neue  Eisenbahnstrecke gebaut. Das Eisenbahnnetz ist amortisiert und die  Eisenbahn  kämpft zum überleben.

 

Die albanische Regierung  sieht die Möglichkeit,  die wichtigsten  Eisenbahnstrecken zu reparieren und einige neue zu bauen, vor allem in Ballungszentren mit einer großen  Produktions- und Handelstätigkeit.

Durres ist der Knotenpunkt der albanischen Eisenbahn und  die Regierung plant, die Eisenbahnstrecke zwischen Durres und Pogradec, am Ohrid-See zu modernisieren. Darüber hinaus sollen noch 2,8 km für einen Anschluss mit der mazedonischen Eisenbahn neu gebaut – erklärte der stellvertretende albanische Minister für Infrastruktur und  Energiewirtschaft, Artan Shkreli.

Dieses Projekt wurde bereits im Februar dieses Jahres auf einer Konferenz in London diskutiert, wo beschlossen wurde, für alle Transportwege des Straßenkorridors 8 bis 30 Mrd. Euro zur Verfügung zu stellen. Dies hat die albanische Regierung dazu geführt,  die Möglichkeit der Reparatur und der Erweiterung der Eisenbahnstrecken zu studieren und konkrete Projekte vorzustellen.

Zu den mittelfristigen und langfristigen Projekten der albanischen Regierung gehören auch die Erweiterung des albanischen Eisenbahnnetzes bis  zur griechischen Grenze, um  einen Anschluss mit der griechischen Eisenbahn zu erhalten, und  die Verbindung der albanischen Eisenbahn mit der mazedonischen Eisenbahn. Bis jetzt gibt es eine Verbindung mit der europäischen Eisenbahn nur  von Bajza in Nordalbanien über  die montenegrinische Stadt Tuz. Dieser Anschluss mit Montenegro wurde bereits 1986 realisiert.

Neben der Eisenbahnstrecke Durres-Pogradec soll auch  die  andere wichtige Eisenbahnstrecke von Durres bis nach Rrogozhina repariert, ein Projekt mit einem Wert von  85 Mio. Euro.

Die albanische  Regierung möchte möglichst bald  die Eisenbahnlinie im Dreieck Tirana-Durres-Flughafen „Mutter Theresa“ bauen. Das soll eine moderne Eisenbahnstrecke sein, in einem Gebiet, wo mehr als ein Drittel der albanischen Bevölkerung lebt und wo  die meisten Unternehmen ihre Tätigkeit entfalten. Der Bau  dieser Eisenbahnlinie kostet 88 Mio. Euro.

Die ersten Eisenbahnlinien wurden in Albanien zwischen 1917 und 1930 von Österreich-Ungarn und Italien vorwiegend für militärische Zwecke gebaut.

Die erste  richtige Eisenbahnlinie wurde in Albanien erst 1947 gebaut. Im Jahr 1987 hatte Albanien ein Eisenbahnnetz von 677 km, darunter 447 km  Hauptstrecken und 230 km sekundäre Strecken.