Kadri Roshi – eine Persönlichkeit des albanischen Theaters und Filmwesens

Kadri Roshi wurde am 4. Januar 1924 in der  mittelalbanischen Stadt Ballsh geboren.  Bereits als kleines Kind hat er seine Eltern verloren und so musste er sein Tagesbrot selbst verdienen. Er hat als Dockarbeiter im Hafen Durres gearbeitet. Dann hat er für ein Kino Karten verkauft. Im Zweiten Weltkrieg demonstrierte er seine antifaschistischen Ideen und dafür wurde er sogar eingekerkert.

Im Jahr 1945 stellte er die ersten Kontakte mit der Bühnenkunst. Im gleichen Jahr wurde in Tirana eine Kunstschule eröffnet und er besuchte diese Schule. Zwei Jahre später begann er das Studium im damaligen Jugoslawien, welches er in der Tschechoslowakei abgeschlossen hat. Nach dem Studium kehrte er nach Albanien zurück und begann die Arbeit im albanischen Nationaltheater, wo er 60 Jahre lang dem albanischen Publikum schöne Rollen angeboten hat. Kadri Roshi hat Rollen der albanischen und der Weltliteratur gespielt, wie Otello von Shakespeare oder Arturo Ui von Brecht.

Kadri Roshi wird als eine heilige Ikone der albanischen Kunst bezeichnet. Alle seine  Rollen unterscheiden sich deutlich von einander und das zeigt  seine Begabung und  sein umfangreiches Wissen.  Er  ist nicht nur ein berühmter Schauspieler, sondern auch eine Schule für  die jungen Generationen der Schauspieler, die bei ihm nicht nur die schöne, kontrastvolle Plastik, sondern auch das  exzellente Spiel mit seiner  Stimme gelernt haben.

Im albanischen Filmwesen hat er positive wie negative Rollen gespielt. Einige seiner Sprüche werden heute im Alltag gebraucht, wie zum Beispiel der Wächter des Internates im Spielfilm „Mohnblumen an der Mauer“, oder „Der Mann mit dem Geschütz“.

Für seinen  Beitrag im Theater und  im Filmwesen hat Kadri Roshi zahlreiche Preise und Medaillen erhalten. Doch zwei Orden machen ihn unsterblich: Künstler des Volkes und Ehre der Nation.

Ich bin mit meinem Leben zufrieden, doch einen unerfüllten Wunsch habe ich noch – so erklärte Kadri Roshi einmal für Journalisten. Ich wollte gern einmal Ali Pasha Tepelena, den großen Pascha von Iannina und Südalbanien, spielen. Das ist eine große Persönlichkeit  in der albanischen Geschichte und diese Persönlichkeit wollte ich gern in einem Film dokumentieren – erzählt der  Schauspieler.  Mit dem Tod von Kadri Roshi bin ich zweimal traurig – so der bekannte  albanische Regisseur Kico Londo,  weil Kadri Roshi die Bühne für immer verlassen hat und weil er den  großen albanischen Pascha nicht gespielt hat. Es gibt zur Zeit keinen anderen Schauspieler, der Ali Pascha von Tepelena spielen kann, betonte Londo.

83 Jahre lebte Kadri Roshi, eine lange und ruhmreiche Karriere. Auf einer Zeremonie zum 80. Geburtstag erklärte Roshi unter anderem: „Ich hoffe, ich habe einen bescheidenen Beitrag zum albanischen Theater und Filmwesen geleistet“. Und sein Beitrag ist nicht so bescheiden, wie er ganz  bescheiden sagte. Sein Beitrag zählt 30 Rollen im Filmwesen und 100 Rollen im Theater. Und immer zeichnet er sich  durch ein brillantes Spiel aus. Für jede Rolle habe ich ein Stück meines Lebens und  meiner Seele gegeben – erzählte einmal Kadri Roshi.

 

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