Antworten auf Hörerfrgen

Liebe Leserinnen und Leser unserer Webseite,

liebe Hörerinnen und liebe Hörer von Radio Tirana,

Sie empfangen Radio  Tirana täglich, von Montag bis Samstag auf unserer Internetseite www.rti.rtsh.al, sowie um 21 Uhr 30 bis 22 Uhr auch auf der Kurzwellenfrequenz 3985 kHz.

Heute ist  die letzte Sendereihe „Antworten auf Hörerfragen“  vor Weihnachten. Deshalb möchte ich allen unseren Hörerinnen und Hörern frohe Weihnachten, viel Glück und alles Gute wünschen. Ich möchte Ihnen für die stets wachsende  Unterstützung danken, unser Programm so gut wie möglich zu gestalten. In diesem Sinne waren Ihre Fragen sehr hilfsreich auch für uns. Danke dafür!

Unser Hörer Robert Dübler,   hat uns einen langen Brief  mit einem eigenen Kommentar und Fragen über  die Anstrengungen zum EU-Beitritt unseres Landes geschrieben. Daraus ergibt sich, dass Herr Dübler und  wir unterschiedliche Meinungen über die EU haben.

 Liebe Redaktion,

 anbei ein erster Hör-Eindruck vom Signal nach Einführung der Winterzeit in Deutschland.

Wie auch immer: Ich bin beruhigt, dass es nun doch weitergeht mit der deutschen Sendung auf der Kurzwelle. Zunächst standen ja nur englisch und italienisch in den Listen. Umso mehr freut es mich, dass es auch weiterhin ein halbstündiges deutschsprachiges Programm zu hören gibt. Zwar komme ich aus diversen Gründen nur noch sehr selten dazu, einen Empfangsbericht zu verfassen, aber dennoch höre ich regelmäßig zu.::

Albanien hat zuletzt einen langen Atem bewiesen, wenn es darum ging, die EU von seiner Mitgliedschaft im Staatenbund zu überzeugen. Ich finde es erstaunlich, gerade vor dem Hinblick der zahlreichen Unterstützer für einen Zugang Albaniens zur EU, unter anderem auch Deutschland, wie schwer und langwierig sich die Union mit dem längst überfälligen Beitritt Albaniens zur EU tut. Die Osterweiterung 2009, als unter anderem Bulgarien oder Rumänien dazu kamen, ging wesentlich einfacher über die Bühne. Als die  Bremser und Blockierer heutzutage erweisen sich dabei gerade die Mitgliedsstaaten, die selbst nicht die Auflagen der EU einhalten und umsetzen, nicht die Wirtschaftsziele erfüllen oder gar gegen Umweltauflagen verstoßen (Emissionsschutzverordnung).

 Mag es auch für die albanische Politik zunächst auf den 1. Blick erstrebenswert sein, die Mitgliedschaft in der EU bringt nicht nur Vorteile, sondern auch eine Reihe sinnloser Gesetze mit denen vor allem die Landwirtschaft (Bauern und Fischer) in ihrer Existenz bedroht sind, mit sich. Jetzt ist Albanien noch ein unabhängiger Staat und kann in allen Belangen zu seinem eigenen Vorteil eigenständig im Sinne der Bevölkerung Entscheidungen treffen. Das ist gut so.

In Zukunft wird es diese Selbstbestimmung, Freiheit und Souveränität aufgeben und gegen die Zwangsmitgliedschaft in einem trägen, unehrlichen System (EU) eintauschen. Viele Entscheidungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass es eine Einigkeit oder einen Solidaritätsgedanken innerhalb der EU nicht gibt. Vor allem junge Bürger hierzulande sind EU-verdrossen. Einige Staaten geben, manche nehmen nur und andere fordern nur. Von daher sollte sich Albanien glücklich schätzen, dass es noch seinen Stolz und seinen eigenen Landes-Charakter hat und genießt. Bald wird das Leben aus Brüssel bestimmt, der Alltag aus der Ferne von Schreibtischen und Formularen aus diktiert und von Politikern festgelegt, die noch nie im schönen Albanien waren, mit allerlei sinnlosen und überflüssigen Bevormundungen. Ich sehe das ganze EU-Konstrukt durchaus skeptisch. Als EU-Bürger habe ich meine Erfahrungen bereits gemacht.

Frage: Was sagen eigentlich die vielen Tausend Menschen, die damals für ein freies, selbstständiges, offenes Albanien gekämpft haben und auf die Straßen gegangen sind, um ihre Stimme für Freiheit und Souveränität erhoben haben, dazu, dass die heutige Regierung ihre Unabhängigkeit aufgeben will, um sich der EU  zu unterwerfen? – schreibt uns  Robert Dübler in einem langen Brief.

Unsere Antwort.

Lieber Robert,

liebe Hörerinnen und liebe Hörer,

Albanien ist ein europäisches Land, auf dem Westufer der Adria und des  Ionischen Meeres, das sich bemüht, in die europäische Familie integriert zu werden.

Albanien hat eine bittere Erfahrung der kommunistischen Einsamkeit und Isolation, die uns nur zur Rückständigkeit und zur Trennung von der Außenwelt führte.

Sie wissen den Spruch „Das Glas halbvoll oder halbleer“. Den Weg zur EU sehen die  Albaner als den besten Weg für die schnelle Wirtschaftsentwicklung, die Festigung der  demokratischen Einrichtungen und des Rechtsstaates, für die Reisefreiheit, für die Zusammenarbeit mit den Nachbarländern.

Sie wissen, dass der  Balkan stets als ein Pulverfass bezeichnet wurde. In der  kommunistischen Zeit des Eisernen Vorhanges war das Leben der Menschen  nicht sicher.

Warum möchten die Albaner  in die EU aufgenommen werden?

Durch die  Zusammenarbeit mit  der EU werden wir  die moderne und  demokratische Gesetzgebung nehmen, aus den Erfahrungen der  fortgeschrittenen demokratischen Staaten profitieren.

Wir leben in  einer Zeit der Globalisierung und die Länder und Völker geben und nehmen von einander.

Die Zusammenarbeit mit den anderen Ländern ist sehr wichtig für den Frieden und die Sicherheit, für die Bekämpfung des Terrorismus, des Extremismus und der organisierten Kriminalität. Ein Land allein kann dies nicht schaffen.

Warum Albanien in die EU beitreten möchte?

Albanien ist ein kleines Land mit einem  begrenzten Potential von Finanzmitteln. Wir haben von dem kommunistischen System eine marode, rückständige Infrastruktur von Straßen, Krankenhäusern geerbt.

Die EU und die Partnerländer haben uns dabei geholfen, die Straßeninfrastruktur auszubauen und zu modernisieren, das Stromsystem zu konsolidieren. Mit  dem eigenen Geld würden wir dies nicht einmal in 50 oder 100 Jahren erreichen. Deshalb ist die Zusammenarbeit wichtig.

Heute können  die  Albaner  in Europa frei reisen; albanische Kinder studieren heute in europäischen oder amerikanischen Universitäten, die dann mit ihren Wissen zur schnellen Entwicklung des Landes beitragen können.

Natürlich gibt es in dieser Zusammenarbeit auch Verpflichtungen. Das ist klar. Auch wir sind uns dessen bewusst, dass  für den Frieden, die Sicherheit und die Stabilität  alle beitragen und zusammenarbeiten müssen.

Um 95 Prozent der Albaner sind für die schnelle EU-Integration unseres Landes. Die politischen Parteien haben in diesem Punkt keine Meinungsverschiedenheiten.Die Studenten der Universität Tirana, die im Dezember 1990  haben  für Demokratie und  Freiheit mit der Parole “Machen wir Albanien wie ganz Europa”.

 

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