Hörer fragen – Radio Tirana antwortet

Ralf Urbanczyk, unser Freund und Stammhörer, schreibt uns diesmal unter anderem:

Interessant war der Bericht über die Aktivitäten der albanischen Diaspora in Australien im Rahmen der Sendereihe „Kunst und Kultur in Albanien“. Alle Achtung, dass diese relativ kleine albanische Gemeinde seit 100 Jahren ihre Traditionen soweit vom Herkunftsland bewahrt und auf Festivals diese mit anderen Menschen teilt. Gerade die Menschen in der Diaspora haben einen ganz großen Einfluss auf das Bild, welches ihr Herkunftsland in der Öffentlichkeit ihrer neuen Heimat hat. In diesem Zusammenhang finde ich gut, dass Albanien vor zwei Jahren einen Staatsminister für Diaspora-Angelegenheiten ernannt hat, welcher dafür steht, dass die Verbindungen der Auslandsalbaner zu ihrem Herkunftsland nicht abreißen – so schreibt uns Ralf.

Liebe Hörerinnen und liebe Hörer,

wie  wir schon mehrmals berichtet haben und wie Sie ja auch wissen, haben seit dem Sommer 1990 mehr als 1,5 Mio. Albaner das Land verlassen. Die meisten von ihnen leben in  den Nachbarländern Griechenland und Italien, aber auch in anderen  europäischen Ländern, in den USA, in Kanada und Australien. In Deutschland leben und arbeiten ca.  50 000 Albaner, ganz zu schweigen  von den  albanischen Asylsuchenden, die keine Chance haben, in Deutschland zu bleiben.

Es gibt eine  alte und neue Diaspora. Bereits im 15. Jahrhundert, während und nach dem Tod des albanischen Nationalhelden, Gjergj Kastrioti Skanderbeg, gab es  Auswanderungswellen nach Süditalien. In Sizilien und Kalabrien leben heute ca. 200 000 Italo-Albaner – die Arbereschen, die ihre  Sprache, die Kultur, ihre Sitten und Bräuche bewahren und pflegen. Auch in Griechenland sind die Arvaniten.

In den  USA soll es über 500 000 Albaner aus  Albanien und aus dem Kosovo geben. Die ersten  albanischen  Emigranten sind  um 1900  nach Amerika gegangen.

Auch in der Türkei, in Bulgarien und Rumänien gibt es  albanische Gemeinschaften, die für die Verbreitung der albanischen  Sprache und Kultur eine Rolle gespielt haben.

In Odessa in der Ukraine gibt es  ein  Dorf mit albanischer Bevölkerung. Auch in Australien gibt es viele Albaner, die bereits vor dem Zweiten Weltkrieg  ausgewandert sind.

Unter diesen Umständen hat die albanische Regierung beschlossen,  der Diaspora eine  besondere Bedeutung  beizumessen. Dafür wurde zum ersten Mal auch ein Staatsminister für die  Diaspora ernannt, um die Kontakte mit allen albanischen Kulturvereinen in der Welt herzustellen, dieses  Potential auch für die schnelle Entwicklung des Landes auszunutzen.

Inzwischen wird dafür gearbeitet, den zweiten Kongress  der Diaspora vorzubereiten, der am 28. Februar bis zum 2. März  tagen wird.

 

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