Hörer fragen – wir antworten

Liebe Leserinnen und leser  unserer Webseite,

liebe Hörerinnen und liebe Hörer des deutschsprachigen Programms von Radio Tirana! Ich wünsche Ihnen einen recht guten Empfang und zugleich ein schönes und erholsames Wochenende! Sie empfangen Radio Tirana täglich, von Montag bis Samstag, auf unserer Internetseite www.rti.rtsh.al, sowie um 21 Uhr 30 bis 22 Uhr auch auf der Kurzwellenfrequenz 3985 kHz.

 

Wir haben auch  in dieser Woche  reiche Post erhalten. Einige Hörer schreiben uns besorgt über die politische Krise und die gewalttätigen Proteste der Opposition.

Werner Schubert, unser Kontaktperson des deutschsprachigen Hörerklubs von Radio Tirana, schreibt uns in einer E-Mail unter anderem:

 …Albanien hat es leider wieder in die Hauptnachrichten geschafft, die Proteste gegen die Regierung Rama werden offenbar zunehmend gewalttätiger. Wie nimmt man das in der Stadt wahr?…

Lutz Winkler schreibt uns in einem langen Brief unter anderem:

Die Sendungen sind weiterhin gut zu empfangen – und die Inhalte immer abwechslungsreich und unterhaltsam.

Welche schlimmen Nachrichten kommen aus Albanien? Proteste der Opposition sind aus demokratischer Sicht immer zu gewährleisten – eine Eskalation zur Gewalt bringt jedoch immer nur Nachteile. In den Kommentaren wird jetzt sogar die Aufnahmen der Beitrittsverhandlungen Albaniens zur EU in Frage gestellt. Das wäre für alle Albaner wohl das schlimmste Szenario. Ich hoffe auf einen verantwortungsvollen Umgang mit dem wertvollen Gut des Protestes in der Demokratie….

 

Astrit Ibro antwortet darauf,

wie wir schon berichtet haben und wie Sie ja erfahren und festgestellt haben, herrscht in Albanien seit mehr als 2 Monaten eine politische Krise.

Die Opposition hat die Abgeordnetenmandate (57) niedergelegt und das Parlament boykottiert. Sie fordert den Rücktritt des sozialistischen Ministerpräsidenten, Edi Rama, eine Übergangsregierung und  neue Parlamentswahlen, was Edi Rama und  die Sozialistische Partei abgelehnt haben.

In dieser Situation gab es einige Abgeordnete der Opposition, die ihre Mandate nicht abgegeben haben (Lefter Koka von der LSI, Rudina Hajdari, die Tochter des Studentenführers Azem Hajdari, Myslim Murrizi von der DP).

Inzwischen werden die vakanten Sitze im Parlament mit  neuen Abgeordneten aus den Reihen der Opposition gefüllt. Gesetzlich ist OK, moralisch nicht.  Inzwischen gibt es im albanischen Parlament 121 Abgeordneten: 79 Mandate hat die Sozialistische Partei, die anderen stammen aus den  Listen der Demokratischen Partei und der Sozialistischen Integrationsbewegung.

Die  vereinte Opposition besteht aus der Demokratischen Partei, der Sozialistischen Integrationsbewegung, von der Republikanischen Partei, der Unionspartei der Menschenrechte, der Agrar- und Umweltpartei, der Nationalen  Entwicklungsbewegung, der  Christdemokratischen Partei und der  Partei für Einheit, Gerechtigkeit und Integration. In der Opposition spielen nur zwei Parteien die Hauptrolle: DP und LSI.

Inzwischen gibt es  eine neue Partei:  Bindja Demokratike (Demokratische Überzeugung), geleitet von Astrit Patozi, der bis 2017 Fraktionschef der Demokraten war. Sie  ist in den ersten Schritten und spielt im Moment noch keine Rolle.

Die Sozialistische Partei ist ja die größte Partei in Albanien, die zwischen 2013 und 2017 mit der LSI regiert hat. Jetzt hat auch die Sozialistische Partei ein Bündnis mit kleinen  Parteien im linken Spektrum gebildet. Drei der größten Parteien sind: SP, DP und LSI.

Die Opposition wirft der Regierungsmehrheit  Korruption und Wahlbetrug und stellt   die Bedingung, dass der Ministerpräsident zurücktreten muss. Die Regierungsmehrheit hat die Opposition zum Dialog eingeladen. Dialog – Ja – Verhandlungen – Nein – so erklärte der  Regierungschef, Edi Rama dieser Tage. Die Parlamentswahl im Sommer 2017 war fair. Wir haben  der Opposition damals 6 Ministerien, darunter das  Innenministerium, das Justizministerium, das Bildungsministerium gegeben. Auch wenn es  Unregelmäßigkeiten damals  gegeben hätte,  wären dann die Minister der Opposition dafür verantwortlich – so Herr Rama.

Auch die  europäischen  und amerikanischen Partner  haben  den Boykott und die gewalttätigen Proteste der Opposition verurteilt, indem sie  dies als  Unterminierung des Integrationsprozesses bezeichnet haben. Die  Amerikaner haben stets zum Dialog  appelliert, doch die Opposition ist bis jetzt in  ihren Forderungen kategorisch.

Der albanische Staatspräsident hat den 30. Juni als  Kommunalwahltag dekretiert. Während die Regierungsmehrheit sich auf die Kommunalwahl vorbereitet und ihre Kandidaten nominiert,  verzichtet  die Opposition weiterhin  darauf, an dieser Wahl teilzunehmen, mit dem Argument, dass diese  Regierung keine Garantie für freie und faire Wahlen gibt.

Die gewalttätigen Proteste schaffen ein Klima der Unsicherheit für  das Business und bremsen die ausländischen Investitionen. Darüber hinaus werderben sie das  Ansehen des Landes im Ausland. Deshalb ist der Dialog erforderlich, möglichst schnell eine Lösung zu finden, einen Kompromiss zu machen. Man darf nicht vergessen, dass wir  vor der neuen Badesaison sind und der Tourismus ein gewichtiger Sektor für die albanische Wirtschaft ist.

Lutz schreibt uns  diesmal noch:

 Mit der warmen Jahreszeit beginnt auch wieder die Grillsaison. Mittlerweile ist das Grillen zum Kult geworden – und nur richtige Experten grillen richtig:

Kennen  die Albaner  eigentlich auch das Grillen in der warmen Jahreszeit – und wenn ja: was kommt in Albanien auf den Rost?.. Hier unsere Antwort.

Ja, das Grillen  ist  auch in Albanien beliebt und immer mehr Menschen nehmen an der Grillsaison teil.

Der Frühling und der Herbst sind zwei schöne  Jahreszeiten in Albanien, die uns erlauben,  die Natur zu genießen, zu wandern, oder Picknick zu machen.

Auf den Rost kommt alles, je nach  Fantasie der  Menschen und je nach dem Geldbeutel: Fleisch, Fisch, Gemüse…. usw.

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