Antworten auf Hörerfragen

Liebe Leserinnen und Leser unserer Webseite,

liebe Hörerinnen und Hörer des deutschsprachigen Programms von Radio Tirana, herzlich willkommen zu unserem Programm. 

Sie empfangen Radio Tirana täglich, von Montag bis Samstag auf unserer Internetseite www.rti.rtsh.al, sowie um 21 Uhr 30 bis 22 Uhr auch auf der Kurzwellenfrequenz 3985  kHz.

 Wir haben auch in dieser Woche neue Post mit interessanten Fragen erhalten.

Volker Willschrey, unser Freund und Stammhörer aus Dillingen schreibt uns diesmal unter anderem:

Lieber Astrit,

Mit Interesse habe ich der gestrigen Briefkastensendung entnommen, dass unser Freund Werner Schubert eine neue qsl Kartenserie entworfen hat und wir DXer bald mit qsl Karten aus dieser Serie belohnt werden. Ich freue mich schon darauf. An dieser Stelle ganz herzlichen Dank für seine Bemühungen an OM Werner! Was sind eigentlich die Motive dieser Serie?

Und eine Frage habe ich auch. Wie schön Albanien im Sommer ist, konnte ich ja selbst bei meinen Besuchen in Deinem Land erleben. Wie sieht es eigentlich im Winter aus? Gibt es Orte in den Gebirgen, die schon für den Wintersport gerüstet sind und entwickelt sich der Wintersport dort auch? – so schreibt und Volker.

Lieber Volker,

Tirana, die Hauptstadt und das  wichtigste Zentrum der Politik, Wirtschaft, Kultur und des  Sportes hat sich in den letzten Jahren rapid entwickelt und verändert. Gleichzeitig ist Tirana zu einem Reiseziel für viele  Albaner und ausländische Touristen geworden. In Tirana gibt es  zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die man gern besuchen kann. Der Skanderbeg-Platz ist seit dem Juni 2017 zu einer  Oase der Erholung geworden, eine Fußgängerzone mit  reichen Möglichkeiten für Konzerte, ein Treffpunkt für  viele. Der alte Basar ist ebenfalls restauriert worden, wo man  albanische Artikel und Nahrungsmittel kaufen kann. Außerdem gibt es hier einige Bars und Restaurants, wo man albanische Spezialitäten genießen kann. Nur wenige Meter hinter der alten Et’hem Bej – Moschee  wurde ein unterirdischer alter Bunker zum Museum umfunktioniert.

   

Alle diese Veränderungen habe ich in einigen Fotos fixiert,  die Werner und sein Bruder Wolfgang nun zu schönen  QSL-Karten gemacht haben.

In einigen albanischen Städten, wie Vlora, Saranda und Durres hat die neue Badesaison offiziell begonnen. Albanien hat ein schönes  Küstengebiet mit schönen und sauberen Stränden, angefangen bei Velipoja im Nordwesten bis  Ksamil im Südwesten des Landes.

Doch Albanien verfügt auch über ein großes Potential für  den Wintertourismus und Wintersport. Leider ist die Infrastruktur noch nicht so gut. Die albanische Regierung hat einen Beschluss gefasst, nach dem  Unternehmen bevorzugt werden, die  für den Wintertourismus in den albanischen Bergregionen investieren.  Im Thethi-Tal in Nordalbanien gibt es  sichtbare Investitionen dafür. Auch in  der südostalbanischen Stadt Korça gibt es eine Schi-Bahn.

Ralf Urbanczyk, unser Freund und Stammhörer schreibt uns diesmal unter anderem:

Die Vorstellung des ehemaligen albanischen Bischofs und Ministerpräsidenten Fan Noli in der Sendereihe “Herausragende Gestalten des albanischen Volkes“ hatte mich sehr interessiert, da es hier auch um die Geschichte der orthodoxen Kirche in Albanien ging. Albanien dürfte ja eine lange christliche Geschichte haben, da ja noch der Apostel Paulus die christliche Gemeinde in Durres bei einer seiner Missionsreisen gegründet haben soll. Ist das geschichtswissenschaftlich gesichert oder nur eine Legende? Gibt es Forschungen zu den Besuchen des Paulus in den Regionen des heutigen Albaniens? Es wäre ja schön. Wenn der Weg des Apostels durch Albanien auch touristisch erschlossen wird, so dass sich ein interessierter Besucher auf den Spuren des Paulus durch Albanien bewegen kann – so schreibt uns Ralf.

 

Lieber Ralf,

Albanien ist ein Land mit  vier großen Religionsgemeinschaften, die in Frieden und Freundschaft zusammenleben: die Muslime und darunter  der Bektaschi-Orden, die Orthodoxen und die Katholiken.

Eigentlich waren die Albaner früher Christen. In der Zeit der Osmanischen Herrschaft sahen sich  viele albanische Dörfer gezwungen, ihre Religion zu  ändern.

Prof. Peter Bartel schreibt in seinem Buch „Albanien“ unter anderem:

… „die Landschaft Albanien ist, wie die meisten Gebiete Südosteuropas zweimal christianisiert worden. Die erste Christianisierung erfolgte bereits unter  römischer Herrschaft und erfasste zunächst nur das Küstengebiet: Durres soll  bereits 58 nach Chr. Bistum geworden sein. Von dort aus wurde das Binnenland im 4. und 8. Jahrhundert christianisiert…  Das albanische  Binnenland musste, vom  byzantinischen Thema (Verwaltungsgebiet) Durres und vom christlich gewordenen  Bulgaren-Staat ausgehend, also ein  zweites Mal christianisiert werden… Die kirchliche Terminologie des Albanischen, die zumeist aus dem Lateinischen  entlehnt ist, lässt vermuten, dass die Christianisierung von den romanisierten Küstenstädten ausgegangen ist… Nach dem Schisma von 1054 lag Albanien im Spannungsfeld zwischen West- und Ostkirche…“ – so schreibt  Prof. Peter Bartel in seinem Buch „Albanien“ (auf Seite 39).

Und Sie wissen, dass Albanien in der kommunistischen Zeit 25 Jahre lang, vom Februar 1967 bis zum  Dezember 1990 das einzige atheistische Land der Welt war. In dieser Zeit wurden alle Kirchen und Moscheen geschlossen oder umfunktioniert, während die Kleriker eingekerkert oder  hingerichtet wurden. Die Religion wurde zum Opium für das Volk erklärt. In allen diesen Jahren gab es keine Forschungsarbeit über die Tätigkeit des Klerus.

Heute  wird  ihre Tätigkeit  in verschiedenen Museen dokumentiert. Selbst  die orthodoxe und katholische Kirche unternehmen  Studienarbeiten über die Persönlichkeiten der albanischen Religion.

Im Programm  des Kultusministeriums und des  Ministeriums  für Tourismus gibt es konkrete Projekte über die  Verbindung des Erholungstourismus mit dem Kulturtourismus. Man kann in Saranda   den ganzen Tag baden und dann die  größte archäologische Städte von Butrint besuchen. Das gleiche kann ich auch über Apolonia sagen, die nur 30 Minuten entfernt von der touristischen Stadt Vlora ist. Das archäologische Museum in Durres und  das nationalhistorische Museum in Tirana dokumentieren die Geschichte der Albaner von der Antike bis heute und sie werden von zahlreichen  albanischen und ausländischen Touristen besucht.

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