Edi Rama auf der Pressekonferenz in Prishtina: “Wir sind Brüder in zwei getrennten Häusern”

Der albanische Ministerpräsident, Edi Rama,  hat am Ende eines zweitägigen Besuches in der Republik Kosovo eine 90 Minuten lange Pressekonferenz auf dem Flughafen „Adem Jashari“ in Prishtina abgegeben.

Herr Rama hat in Prishtina alle  politischen Vertreter getroffen, angefangen bei dem Präsidenten  Hashim Thaçi, der Parlamentspräsidentin Vjosa Osmani, dem Regierungschef, Avdullah Hoti, mit denen er über die Zusammenarbeit zwischen Albanien und dem Kosovo und  die  heikle Situation gesprochen hat, in der sich Kosovo nach der Anklage gegen den Präsidenten Thaçi und den Ex-Parlamentspräsidenten, Kadri Veseli, für Kriegsverbrechen befindet. Herr Rama bezeichnete diese Anklage als eine  „spezielle Wandzeitung und ein Schandfleck in der Geschichte der Weltjustiz“. Er forderte in Prisatine Geschlossenheit für die Verteidigung der Republik Kosovo.

Herr Rama begann seine Pressekonferenz mit einer  guten Nachricht in der Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern. „Ab heute werden Albanien und Kosovo ein gemeinsames  Stromnetz haben.

Ich bin hier in Funktion  eines nationalen Bedarfes, um Kosovo und  allen seinen politischen Vertretern unsere vollständige Unterstützung zu geben, unter den Bedingungen, unter denen alle wissen, dass  etwas schweres  und  durchaus ungerechtes geschehen ist. Der Prozess der  Gerechtigkeit   bezüglich der Kriegsverbrechen ist im Kosovo seit fast zwei Jahrzehnten als ein untrennbarer Prozess von dem Prozess  des  Aufbaues des Staates, der ethnischen Versöhnung, der europäischen Integration, des Dialoges und der  Normalisierung der Beziehungen zu Serbien konzipiert, unterstützt und durchgeführt.

Es ist völlig verständlich, dass der Prozess der Versöhnung nicht nur eine Frage der  Konfrontation mit der Vergangenheit durch die Justiz ist, sondern auch eine Frage des Aufbaus der Zukunft durch die Politik.

Herr Rama sprach lange über die Anklage gegen Hashim Thaçi und Kadri Veseli für Kriegsverbrechen als eine „Wandzeitung“, ähnlich wie die öffentlichen „Kommuniques“ während der  chinesischen Kulturrevolution“, eine Erscheinung, die wir in der Diktatur in Albanien erlebt haben.

Herr Rama erklärte noch, dass  dies  eine  Sache der  kosovarischen Vertreter ist,  Kosovo zu schützen und  die Probleme mit der Justiz zu lösen. Wir sind zwar Brüder, doch in zwei getrennten Häusern. Das ist ein Probleem und zugleich ein Privileg – erklärte Herr Rama.

Herr Rama machte auf dieser  Pressekonferenz bekannt, dass er seine Anklage gegen den  Ex-Regierungschef, Ramush Haradinaj offiziell zurückzieht.

Der  beauftragte albanische Europa- und Außenminister, Gent Cakaj, der in den letzten Tagen zu einem Besuch in Washington war,  antwortete auf eine Frage der Journalisten und erklärte, dass „es kein geheimes Abkommen über die Teilung von Kosovo gibt“. Die Koordination mit den USA ist wesentlich“ – so Herr Cakaj.

 

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