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Antworten auf Hörerfragen: 16. Juli 2021

  • 7/16/2021 7:35 AM
Antworten auf Hörerfragen: 16. Juli 2021

Liebe Leserinnen und Leser der Websseite von Radio Tirana,

liebe Hörerinnen und liebe Hörer,

herzlich willkommen  zum deutschen Programm von Radio Tirana und ich wünsche Ihnen einen recht guten Empfang und zugleich ein erholsames Wochenende! Sie empfangen Radio Tirana täglich, von Montag bis Samstag auf unserer Internetseite www.rti.rtsh.al, sowie um 17 Uhr bis 17 Uhr 30 auch auf der Kurzwellenfrequenz 3985 kHz.

 

Reinhard Westphal, unser Freund und Stammhörer, schreibt uns diesmal unter anderem:

Liebe Freunde in Tirana,

 

es waren durchweg interessante Sendungen, die ich hören durfte und ich hoffe, dass es auch so bleibt. Der Beitrag über Himara war ausgezeichnet, vor allem schon deswegen, dass ich ihn auf der Website noch einmal nachlesen konnte. Das ist ein toller Service für die Hörer, so schreibt uns  Reinhard.

  

Himara, liebe Hörerinnen und liebe Hörer, befindet sich in der südwestalbanischen Riviera und zeichnet sich durch tolle Strände und eine reiche Geschichte aus.

Juli und August sind zwei schöne Monate für  die Urlauber, die gern  baden gehen möchten.

Albanien  hat  eine Küstenlänge von  465 km und  von Velipoja im Nordwesten bis  Ksamil im Südwesten gibt es  zahlreiche Strände, die einer  schöner als der andere ist: sauberes Wasser und tolle Gastfreundschaft, eine reiche und schmackhafte  Küche.

Wir berichten heute über eine andere touristische Region: VLORA

Vlora liegt am Ufer der Adria, die hier die Bucht von Vlora bildet. An deren Ausgang, rund 15 Kilometer westlich der Stadt, liegt  die Insel Sazan, die einzige große Insel Albaniens.  Von Vlora bis nach Italien sind es nur etwa 90 Kilometer. und  ein italienischer Schwimmer  ist einmal von der italienischen Küste bis nach Vlora geschwommen.

Das Stadtzentrum liegt etwa einen Kilometer vom Ufer des Meeres entfernt. Innenstadt und das Hafengebiet  sind aber schon seit Jahrzehnten zusammengewachsen. In der Region um den Hafen befinden sich auch wichtige Einrichtungen wie die Universität und das Fußballstadion. Der Siedlungsbereich reicht auch weiter nach Süden am Ufer der Bucht entlang bis nach Ujë i ftohtë.

Das Stadtgebiet ist eingebettet zwischen dem Meer, der Lagune von Narta und Hügeln, den Ausläufern des Küstengebirges. Der  Fluss von Vlora – Shushica -  fließt nur wenige Kilometer östlich an Vlora vorbei und mündet in den Fluss Vjosa. Ab Vlora nach Norden erstreckt sich die etwa 150 Kilometer lange Küstenebene Albaniens. Im Süden auf der anderen Seite der Bucht erhebt sich die Halbinsel Karaburun auf über 800 Meter Meereshöhe.

In Vlora herrscht wie in Küstenstädten üblich ein Mittelmeerklima. Die durchschnittliche Höchsttemperatur im Sommer beträgt 32 °C, im Winter liegt die durchschnittliche Tiefsttemperatur bei 2 °C.

Vlora ist nach Tirana und Durres  die drittgrößte Stadt in Albanien.

Dank ihrer strategischen Lage am Eingang zur Adria war die Bucht von Vlora, die einen natürlichen Hafen bildet, ein von vielen Völkern begehrter Handelsplatz. Für die Entwicklung der Stadt in der Antike ergibt sich mittlerweile diese Abfolge: ein Ortswechsel von Treport nach Vlora um das 1. Jahrhundert v. Chr. und eine Zuwanderung im 6. Jahrhundert n. Chr.

Ab dem 21. Februar 1272 gehörte Valona zu dem von Karl von Anjou gegründeten Regnum Albaniae.

1343 wurde Valona vo Serben  erobert und 1417 als erster adriatischer Hafen der Osmanen geplündert.  Anschließend wurde Valona von der adligen albanischen Familie Arianiti zurückerobert und 1478.

Der bekannte Historiker, Evliya Celebia beschrieb Vlora und die nähere Umgebung im November 1670 ausführlich. Innerhalb der befestigten Stadtmauern gab es rund 300 Lehmhäuser und einen Marktplatz. Außerhalb der Stadtfestung verteilten sich rund 1000 weitere Steinhäuser – zum Teil mehrstöckig – auf eine begrünte Ebene. Es wurden dort zahlreiche verschiedene Früchte und Pflanzen großflächig angebaut.

Im September 1690 ging Vlora an die Republik Venedig und 1691 wieder an die Osmanen.

 Vlora ist eine  Stadt mit einer reichen  Geschichte. In Vlora haben albanische Patrioten am 28. November 1912  die nationale Unabhängigkeit  von der Hohen Pforte proklamiert.

Vlora  hat auch ein großes touristisches Potential.  In den letzten 20 Jahren sind in Vlora zahlreiche  Hotels und Restaurants gebaut worden. Die Straßen, die zu den Stränden führen, sind  repariert, ausgebaut oder  völlig neu gebaut.

In den letzten  Jahren wurde  in Vlora eine schöne  Allee, direkt am Ufer der Adria gebaut: von dem Hafen bis  zum Ort „Kaltes  Wasser und  jetzt soll bis nach Orikum  gebaut werden.

Darüber hinaus wird in Vlora  ein Flughafen für touristische Zwecke gebaut.

Vom Zentrum der Neustadt in Hafennähe mit Wohnblocks, Hotels und Banken führt die breite Hauptstraße 1,5 Kilometer nach Norden in den alten Stadtteil um den Platz des Unabhängigkeitsdenkmals. In dessen Nähe sind noch kurze Abschnitte der mittelalterlichen Stadtmauer zu sehen. Schnell erbaute Wohnblocks dehnen die Stadt entlang der Küste und westlich der Hauptstraße nach Norden aus.

 

Sazani ist  zwar eine kleine, doch die größte albanische Insel an der albanischen Adriaküste. Die Insel hat eine strategisch bedeutsame Lage am Eingang zur Bucht von Vlora und der Straße von Otranto, dem Übergang von der Adria zum Ionischen Meer. Die Insel hat eine Fläche von knapp sechs Quadratkilometer und liegt nicht ganz fünf Kilometer nördlich der Halbinsel Karaburun,  und etwas mehr als acht Kilometer westlich der Küste bei Zvernec, ein Dorf nördlich von Vlora.

Nach dem Untergang des Osmanischen Reichs sprach die Botschafterkonferenz der Großmächte von London, die die Grenzen des albanischen Staats regelte, Sazan Albanien zu. Italien besetzte im Verlauf des Ersten Weltkrieges Sazan am 30. Oktober 1914. In einem geheimen Vertrag ließ sich Italien im April 1915 das Umland von Vlora mit der vorgelagerten Insel zusichern. Als nach dem Krieg albanische Truppen die Italiener vom albanischen Festland verdrängten, einigten sich die Konfliktparteien in einem Protokoll am 2. August 1920 darauf, dass wenigstens Sazan unter italienischer Hoheit verblieb. Italien unterhielt auf der Insel einen Militärstützpunkt. Erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt das jetzt kommunistische Albanien gemäß dem Friedensvertrag vom 10. Februar 1947 wieder die Kontrolle über die Insel. In der Folge wurde die Insel auch von sowjetischen Truppen als Stützpunkt verwendet, bis es 1960 zum Bruch zwischen Tirana und Moskau kam.

Bis zum Sturz des kommunistischen Regimes war die Insel ein Militärstützpunkt der albanischen Streitkräfte. Für die  Familien der Militärangehörigen  wurden  sogar eine Gesundheitseinrichtung und eine Schule errichtet.  Der Besuch der Zivilisten war verboten.

Seit Sommer 2015 ist die Insel für Touristen  offen. Man kann von dem Hafen Vlora, per Ausflugsboot in Gruppen die Insel erkunden, oder dort bei den kleinen Stränden  baden.

 

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