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Antworten auf Hörerfragen - Schulsystem in Albanien

  • 2/26/2021 7:53 AM
Antworten auf Hörerfragen - Schulsystem in Albanien

Liebe Leserinnen und  Leser der Webseite von Radio Tirana,

liebe Hörerinnen und liebe Hörer,

herzlich willkommen zum deutschen Programm von Radio Tirana! Ich wünsche Ihnen einen  recht guten Empfang und zugleich ein schönes und erholsames Wochenende!

Sie empfangen Radio Tirana täglich, von Montag bis Samstag auf unserer Internetseite www.rti.rtsh.al, sowie um 17 Uhr bis 17 Uhr 30 auch auf der Kurzwellenfrequenz 3985 kHz.

Signal

Liebe Hörerinnen und liebe Hörer,

wir haben in dieser Woche inhaltsreiche Post durch die elektronische Post und den normalen Postweg mit einigen interessanten Fragen erhalten.

 

Matthais Westphal schreibt uns unter anderem:

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde in Tirana,

ich habe mich einige Jahre nicht aktiv um das DXen kümmern können. Vielfältige Anforderungen privater und beruflicher Art ließen keine Kontinuität zu. Nun bin ich wieder aktiv und habe mich gefreut, Ihr Programm wieder genießen zu dürfen. Die Sendungen haben mich angesprochen. Auch die Nachrichten und Kommentare sind immer interessant, weil man dann bestens über das jeweilige Land informiert ist, ein Service, den die deutschen Medien nicht leisten können.

Ihre website ist toll, man kann sich über alle Themen das albanische Leben betreffend  informieren und was kann somit schöner sein.

Ich kann mich auch noch sehr gut an Astrid Ibro erinnern, den ich per Radio so um 1971/72 kennenlernte. An ihn daher einen besonderen Gruß!

Mich würde interessieren, wie der Breiten- und Leistungssport in Albanienaufgebaut ist. Wie sieht darüber hinaus die Struktur Ihrer Schulen aus?

Lieber Matthais, liebe Hörerinnen und lieber Hörer

Die Bildung in Albanien für die Primar-, Sekundar- und Tertiärstufe wird größtenteils vom Staat unterstützt. Der Unterricht beginnt fast im September oder Oktober und endet im Juni oder Juli. Albanisch ist die Unterrichtssprache an allen öffentlichen Schulen. Die Ausbildung erfolgt in drei Phasen, z. B. in der Primar-, Sekundar- und voruniversitären Ausbildung. Elementarbildung ist Pflicht der Klassenstufen 1 bis 9, aber die meisten Studenten mindestens so lange eine höhere Schulbildung. Die Schüler müssen die Abschlussprüfungen am Ende der 9. Klasse und auch am Ende der 12. Klasse bestehen, um ihre Ausbildung fortzusetzen. Das akademische Jahr ist in zwei Semester unterteilt. Die Schulwoche beginnt am Montag und endet am Freitag. Die Lebenserwartung der Schule (Primar- bis Tertiärbildung) in Albanien beträgt 16 Jahre. Die Nation belegt den 25. Platz von 167 Ländern. Im Jahr 2015 betrug die Alphabetisierungsrate in Albanien insgesamt 98,7%; Die Alphabetisierungsrate bei Männern betrug 99,2% und bei Frauen 98,3%.

1990 wurde ein Umstrukturierungsplan angekündigt, der das Schulpflichtprogramm von acht auf zehn Jahre verlängern soll. Im folgenden Jahr jedoch stürzten eine große wirtschaftliche und politische Krise in Albanien und der darauf folgende Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung das Schulsystem ins Chaos. Der weit verbreitete Vandalismus und der extreme Mangel an Lehrbüchern und Schulmaterial hatten verheerende Auswirkungen auf den Schulbetrieb und veranlassten Italien und andere Länder, materielle Hilfe zu leisten. Der Bildungsminister berichtete im September 1991, dass fast ein Drittel der 2.500 Schulen unter dem Universitätsniveau durchsucht und fünfzehn Schulgebäude zerstört worden seien. Viele Lehrer zogen aus ländlichen in städtische Gebiete um, ließen die Dorfschulen unterbesetzt und erhöhten die Zahl der Arbeitslosen in den Städten und Gemeinden. Etwa 2.000 Lehrer flohen aus dem Land. Das stark kontrollierte Umfeld, das das kommunistische Regime dem Bildungssystem im Laufe von mehr als 46 Jahren aufgezwungen hatte, wurde endgültig befreit und sollte verbessert werden. Junge albanische Schulkinder Wie im Kommunismus bleibt die Lehrerdisziplin ein großes Problem im albanischen Bildungssystem, da die Lehrer auf Gewalt zurückgreifen, während von den Schülern erwartet wird, dass sie sich das zugewiesene Material einfach merken. Darüber hinaus wird Korruption unter Lehrern zu einem Problem, da „Umschläge“ und teure Geschenke die Norm sind, wenn wichtige Fristen wie Durchschnittswerte für die Einreise oder das Nichtbestehen der Note eingehalten werden. Es wurden jedoch Anstrengungen unternommen, das westliche Modell zu übernehmen, bei dem der Schüler im Zentrum des Bildungssystems steht, im Gegensatz zum aktuellen östlichen Modell, bei dem der Lehrer die dominierende Rolle spielt.

 

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