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Karl Gega - eine albanische Persönlichkeit vom Weltformat

  • 1/30/2021 5:19 PM
Karl Gega - eine albanische Persönlichkeit vom Weltformat

Karl Gega ist eine herausragende Persönlichkeit vom Weltformat im Ingenieurwesen, der  seine  Tätigkeit vorwiegend in  Österreich entfaltet hat, wo er einige große Infrastrukturwerke, vor allem im Eisenbahnbereich hinterlassen hat.

Karl Gega wurde am 10. Januar 1802 in  Venedig geboren. Er ist  bekannt auch als  Carl Ritter von Ghega oder Karoli de Gega. Er ist der Erbauer der Semmeringbahn von Gloggnitz bis Mürzzuschlag.

Karl Gega  wurde als Sohn albanischer Eltern in Venedig geboren.

Dr. Alvin Saraçi hat auf  einem Symposium in Wien im Jahr 2005 die Herkunft der Familie Gega argumentiert, gestützt auf  Originaldokumente, die in der  Bibliothek des  Museums Correr in Venedig gefunden worden sind. Diese Dokumente stammen aus dem Jahr 1835 und sind  von Giovanni Battista Gega verfasst, der  Priester in der   Sankt Marco- Kirche war.  Giovanni ist erster Cousin (Sohn von Karl Gegas Onkels). Die Großeltern ließen sich zunächst in Persat bei  der montenegrinischen Stadt Kotor nieder. Die Familie  Gega hatte  Albanien nach der türkischen Besatzung und nach der  Eroberung von Shkodra im Jahr 1479 verlassen. Die Männer dieser Familie hatten als  Marineoffiziere und  hohe Beamte in der Republik Venedig gedient.

Ursprünglich sollte der junge Karl wie sein Vater, Anton, Marineoffizier werden, allerdings zeigte sich früh, dass seine mathematische Begabung größer als seine Liebe zum Meer war. Nach dem Besuch des Militärkollegiums ging er mit 15 Jahren zum Studium an die Universität Padua, wo er bereits nach einem Jahr sein Diplom als Ingenieur und Architekt erhielt und ein weiteres Jahr später, bereits mit 17 Jahren, den Doktortitel für Mathematik.

Seine Ingenieurslaufbahn begann Gega mit Straßen- und Wasserbauten in Venetien. Unter anderem wirkte er am Bau der „Strada d’Alemagna“, der Straße von Treviso nach Cortina d‘Ampzz, mit. Bereits 1833 veröffentlichte er sein erstes Fachbuch. In der Zeit von 1836 bis 1840 war er Bauleiter für die Teilstreck Lundnburg bis Brünn  der Kaiser Ferdinand-Bahn. Während dieser Zeit (1836–1837) studierte Karl Gega auch das Eisenbahnwesen in England und anderen europäischen Staaten. Im Jahr 1842 wurde Gega Gesamtplanungsleiter der zukünftigen südlichen Staatseisenbahn, weshalb er im selben Jahr eine Studienreise in die USA unternahm, um die dortigen Bahnstrecken in Gebirgen zu studieren. Die auf dieser Reise gewonnenen Erkenntnisse flossen nicht nur in die Planung und den Bau der Semmeringbahn ein, sondern auch in zwei Publikationen. Gega veröffentlichte die meisten seiner Schriften parallel zur deutschen auch in identischen italienischen und französischen Ausgaben.

Nach seiner Rückkehr zu den Staatseisenbahnen wurde er mit der Planung für die Errichtung der Bahnlinie Richtung Süden, von Gloggnitz über Mürzzuschlag und Graz bis nach Triest  beauftragt. Die Bahnüberquerung des Semmerings wurde von vielen seiner Zeitgenossen als technisch aufwändig bis hin zu ‚nicht möglich‘ angesehen. Aber bereits 1844 legte er einen Plan für die Überwindung des Semmerings vor, der den Betrieb mit herkömmlichen Dampflokomotiven  mit Adhäsionsantrieb vorsah, unter Verzicht auf Zahnstangen oder den Seilebenen-Betrieb. Noch bevor der Bau überhaupt beschlossen wurde, begann Gega bereits die Konstruktion von Lokomotiven voranzutreiben, die derartige Steigungen überwinden können.

Der Baubeginn für die Semmeringbahn war 1848. Noch vor der Fertigstellung 1854 wurde der Ingenieur im Jahr 1851 in den Ritterstand  erhoben. Carl Ritter von Ghega entwarf in den Jahren 1853/1854 ein Eisenbahnnetz für die gesamte Habsburger Monarchie und wurde in den darauf folgenden Jahren mit dem Entwurf für Eisenbahnstrecken in Siebenbürgen  beauftragt, jedoch konnte er dieses Projekt nicht mehr zu Ende führen, da er bereits 1860 in Wien, Wohnhaus  an Tuberkulose starb.

Sein in der Öffentlichkeit weitgehend unbekanntes Leben war Stoff für fünf Romane und zahlreiche Mythen.

Für seine brillante  Karriere und seinen Beitrag hat er  einige  Titel und Medaillen erhalten wie

  • Ehrenbürgerrecht der Stadt Triest (1857)
  • Exhumierung und Beisetzung am 7. September 1887 in einer Ehrengruft auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32 A, Nr. 24)
  • Sein Konterfei ist auf der Vorderseite der 20-Schilling- Banknote aus dem Jahr 1966 abgedruckt. Auf der Rückseite ist die Semmeringbahn
  • Im Bahnhof Semmering gibt es ein Denkmal für Karl Gega

Einige Straßen  tragen seinen Namen, wie

  • Benennung der Ghegastraßeim 3. Wiener Gemeindebezirk
  • Benennung der Ghegastraßein Marchtrenk
  • Benennung der Ghegastraßein Knittelfeld
  • Benennung der Ghegagasseim 4. Grazer Stadtbezirk
  • Benennung der Ghegagassein Wiener Neustadt
  • Benennung des Ghegaparks und der Ghegabrückein Gloggnitz
  • Im Jahr 2012 erschien eine Sonderbriefmarke der österreichischen Post zum 210. Geburtstag
  • European Surveyor of the year 2018
  • Auch in Albanien tragen Schulen und  Straßen seinen Namen.

Karl Gega hat uns  auch einige wertvolle Werke hinterlassen, wie

  • Dell’ottante a diottra. Stromento geodetico per tracciare in pianta l’andamento delle curve circolari. B. Merlo, Venedig 1833. 
  • Die Baltimore-Ohio Eisenbahn über das Alleghany-Gebirg mit besonderer Berücksichtigung der Steigungs- und Krümmungsverhältnisse. Kaulfuß Witwe und Prandel, Wien 1844, 
  • Über nordamerikanischen Brückenbau und Berechnung des Tragvermögens der Howe'schen Brücken. Kaulfuss Prandel, Wien 1845. 
  • Uebersicht der Hauptfortschritte des Eisenbahnwesens in dem Jahrzehnde 1840–1850 und die Ergebnisse der Probefahrten auf einer Strecke der Staatsbahn ueber den Semmering in Oesterreich. Sollinger, Wien 1853. 
  • Malerischer Atlas der Eisenbahn über den Semmering. (Bd. 1: Text, Bd. 2: Atlas). Gerold, Wien 1854/55.

 

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